Schwebender Monolith
Museum von Álvaro Siza und Carlos Castanheira in Ningbo
Am See Dongqian südöstlich der chinesischen Küstenstadt Ningbo zieht neuerdings ein geheimnisvoll wirkender, minimalistischer Monolith die Blicke auf sich. Das dreieckige Volumen mit zwei konkaven und einer konvexen Seite scheint hermetisch abgeschlossen und gänzlich umfangen von einer weich fließenden Hülle aus anthrazitfarbenem, geriffeltem Metall. Die dunkle Masse schwebt regelrecht in der Landschaft, erst bei genauerem Hinschauen rückt ein heller Sockel ins Bild. Es handelt sich um das MoAE – Huamao Museum of Art Education, ein aktuelles Projekt von Álvaro Siza Vieira, das er in Zusammenarbeit mit Carlos Castanheira und dessen Büro CC&CB (Vila Nova de Gaia) realisiert hat. Die beiden haben schon einige Projekte gemeinsam umgesetzt, darunter immer wieder auch Museen.
Der Entwurf für Ningbo spielt mit Größenverhältnissen und dem Prinzip von Kompression und Komplexität. Von außen kompakt und sehr konzentriert wirkend, innen weit und luftig, schreibt Castanheira – „ein kleines Museum, das eigentlich riesig ist“. Tatsächlich lässt sich von außen nur schwer einschätzen, über welche inneren Dimensionen der Baukörper verfügt, denn er erscheint dicht und äußerst komprimiert. Tatsächlich beherbergt er 5.300 Quadratmeter Fläche, verteilt auf ein Unter- und das Erdgeschoss sowie fünf Obergeschosse. Das etwas zurückgesetzte, halb in den Hang eingefügte Erdgeschoss wirkt fast miniaturhaft klein, der Eingang ist geradezu unscheinbar.
Beim Betreten des Innenraums verkehrt sich dieser Eindruck auf überraschende Weise in sein Gegenteil. Hier löst sich die Masse in einen großzügigen Leerraum auf, der sich durch alle Obergeschosse zieht. Das strahlend weiße Atrium wird durch ein Oberlicht mit Tageslicht versorgt. Eine nach oben mäandernde Rampe verbindet die verschiedenen Ebenen, auf denen sich die einzelnen Ausstellungsräume befinden. Über geometrisch geschnittene Öffnungen sind diese mit dem Atrium verbunden. Erst oben auf dem Dach öffnet sich der introvertierte Bau wieder nach außen – mit einer Terrasse samt Café. (da)
Fotos: HouPictures
als Landschaftsarchitektin bin ich logischerweise sehr an Architektur und Kultur interessiert.
Ich bin Baunetz dankbar für die weitreichende Information, aber ich wundere mich sehr über den Umgangston in dieser Kommentarspalte. Vielleicht wäre es hilfreich, wenn alle unter ihrem Namen schreiben müssten, dann fielen mit Sicherheit etliche in jeder Hinsicht unqalifizierte Kommentare weg.
Halten Sie doch bitte das Niveau der Berichterstattung und sparen Sie sich kleinliche Kollegenschelte. Das wäre für alle ein Vorteil.
erfrischend und richtungweisend finde ich den menschenmaßstäblich individuellen Eingang und ebensolches transparentes Erdgeschoß, welches sich dann menschenhoch und transparent auf dem Dach wiederholt. Dazwischen die Black box.
Also eine konsequent vertikale Organisation.
Dazu das less is more des schwarzen Wellblechs.
So eine Organisation würde ich gern öfters sehen. Weg von den Monsterfoyers und den Eingangsmäulern. Der Mensch ist halt nach Corbusier höchstens 1.8m hoch. Das macht ihn geistig nicht kleiner.
Ich finde es beschämend, dass selbst auf einer Plattform für Fachleute einer so schönen und im besten Sinne konstruktiven Disziplin der Diskurs immer weiter verflacht und ins Beleidigende, Rechthaberische, Besserwisserische abdriftet.
Jede Medaille hat zwei Seiten und nur aus einer differenzierten, abwägenden und wohlwollenden Betrachtung können echte Dialoge entstehen. Verallgemeinerungen, beliebige Zuschreibungen, Überhöhung von eigenen Meinungen zu Wertmaßstäben und der Missbrauch von Sprache führen zu dem genauen Gegenteil.
Ich würde mich freuen, wenn auch andere Kolleg*innen meinem Aufruf hier folgen und der Spaltungskultur hier in Zukunft eine klare Absage erteilen.
inhaltlich was zu sagen?
sonst gäbs ja auch noch instagramm oder tiktok für sie.
immerhin machen sie nicht lauter pünktchen zwischen ihr geschwurbel
Werter Kollege,
ist es nicht interessant, daß gerade die auffälligsten Geisteszwerge gerne alle anderen für solche halten ?