Betonkante für den Dreißigjährigen Krieg
Museum in Lützen von Peter Zirkel und Naumann Wasserkampf Architekten
In der kulturhistorisch bedeutsamen Landschaft bei Lützen, unweit der Grenze zu Sachsen und nur 20 Kilometer südwestlich von Leipzig gelegen, wurde vergangenen November das Museum Lützen 1632 eröffnet. Es widmet sich den Geschehnissen um die Schlacht von Lützen im Dreißigjährigen Krieg. Diese kostete 1632 rund 10.000 Menschen das Leben, dazu zählte auch der damalige schwedische König Gustav II. Adolf. Entworfen wurde das monumental anmutende Gebäude von Peter Zirkel Architekten (Dresden) und Naumann Wasserkampf Architekten (Weimar), während Station C23 (Leipzig) die Gestaltung der Freianlagen übernahm.
2011 war man infolge von archäologischen Untersuchungen beim Schlachtfeld auf ein Massengrab mit 47 Skeletten gestoßen. Der Fund gab Anstoß für den Wettbewerb, den die Stadt Lützen 2017 auslobte. Der Museumsneubau ergänzt eine Gedenkstätte, die bereits mehrere Elemente umfasst: etwa einen gusseisernen Baldachin von Karl Friedrich Schinkel aus dem Jahr 1833, der einen Findling am Todesort von Gustav Adolf schützt, und eine Kapelle von Lars Wahlmann, die 1907 ergänzt wurde. Auch zwei Holzhäuser gehören zum Ensemble, das schon zu DDR-Zeiten als Privatmuseum genutzt wurde.
Das Museumsgebäude mit seinem markanten Pultdach, der dunklen Blechdeckung und dem lasierten Beton bildet einen formalen Kontrast zu den historischen Bauten. Es wird an der niedrigen Kante vom bestehenden Museumscampus aus erschlossen. Das Foyer erstreckt sich über die gesamte Längsseite und wird von bodentiefen Verglasungen begleitet, durch die Sichtbeziehungen zur historischen Gedenkstätte entstehen. Daneben befinden sich im Erdgeschoss ein Prolograum mit Blick auf das ehemalige Schlachtfeld, ein Museumspädagogikraum sowie Sanitäranlagen.
Der Hauptausstellungsraum befindet sich im Untergeschoss und ist durch einen sechs mal sechs Meter großen Luftraum mit dem Obergeschoss verbunden. Die vertikale Öffnung lenkt den Fokus auf die zentral positionierte Vitrine, in der das gefundene Massengrab inszeniert ist. Die Innenräume sind – analog zur Fassade – durch wuchtige Betonoberflächen und grau-schwarze Farbtöne definiert. Für das Museum mit einer Bruttogrundfläche von 870 Quadratmetern investierte die Stadt 8,4 Millionen Euro (in den Kostengruppen 200 bis 800). (gk)
Fotos: Till Schuster
beim oberen abschluss des daches am fensterband ist leider anscheinend etwas abgebrochen. im schnitt sieht es gut aus, auf bild 1 nur fast. bitte noch ein graues 2-mm-alublech kanten und draufnieten lassen, geht recht günstig mit dem hubsteiger, und das haus wird noch ein entscheidendes stück schärfer! weiterhin überzeugen die fetten betonstützen im kassenfoyer nicht. hier hätte man sich schlankestmögliche stahlstützen, wenn nötig mit brandschutzanstrich, gewünscht - die aussteifung des hauses besorgen ohnehin die innenwände. detail matters.
Ich zweifle gerade ernsthaft, ob ihr Architektinnen und Architekten seid, die Pläne und Text lesen können. Selbst die Bilder zeigen die untergebrachten Funktionen und die gute Gestaltung sehr gut. Gratulation an die Kollegen zum gelungenen Projekt. Auf ein hoffentlich gutes neues Jahr im baunetz also mit den besten Kommentaren, die es jemals gegeben hat!
Vielleicht möchten Redaktion oder Architekt ja noch etwas zu dem Projekt erklären?