In dünner Luft
Morphosis planen Hotelturm in Vals
Wahnsinn oder kühle Kalkulation? Erst sicherte sich der Schweizer Investor Remo Stoffel die berühmte Therme von Peter Zumthor, jetzt plant er direkt daneben einen gigantischen Hotelturm. Über 380 Meter soll dieser hoch werden, entworfen vom Pritzker-Preisträger Thom Mayne und dessen Büro Morphosis aus Los Angeles. Mit seinen extrem schlanken Proportionen erinnert das Hochhaus an die skinny towers für Superreiche, wie sie gerade in New York und anderswo aus dem Boden sprießen.
Auf Kritik entgegnet Stoffel kühl, dass bereits im 19. Jahrhundert die berühmten Hotels in Davos oder St. Moritz den Maßstab der einstigen Bergdörfer radikal sprengten. Wie die Neue Zürcher Zeitung berichtete, folgt Stoffels Kalkulation einer einfachen Rechnung. Zu lange habe man sich in der Schweiz auf den Massentourismus konzentriert, obwohl dabei nur mit niedrigen Löhnen und einer Zersiedelung der Landschaft Geld zu verdienen ist. Stattdessen müsse man zurück zu den Ursprüngen, als der Schweizer Tourismus nur etwas für wirklich Wohlhabende war.
Der geplante Turm beherbergt denn auch keine kleinen Zimmerchen, sondern gerade mal 107 Suiten, die sich vor allem an „schwerreiche Geschäftsleute aus Asien und dem arabischen Raum“ richten, wie anderswo zu lesen war. Mittels eines breiten Sockels mit öffentlichen Funktionen integriert sich der Entwurf von Mayne in die bestehende Wellness-Landschaft mit der Therme von Zumthor und dem gerade im Bau befindlichen Park von Tadao Andō. Letzterer bekannte sich bereits zum Projekt, er freue sich auf die Harmonie zwischen Turm und Park.
Tadao Andō sollte ursprünglich auch dem Wettbewerbsverfahren vorsitzen, was dann jedoch Louisa Hutton übernahm. Die Jury, der unter anderem auch Vittorio Magnago Lampugnani und Daniel Niggli angehörten, hatte sich von der Entscheidung für Mayne distanziert. Dabei ging es jedoch weniger um das Vorhaben an sich, sondern um den Alleingang durch Stoffel, mit dem er sich gegen die anderen beiden Finalisten Steven Holl Architects und 6a Architects entschieden hatte.
Ob das Projekt je verwirklicht wird, steht allerdings in den Sternen. Erst müssen nämlich die Bewohner des Örtchens Vals und dann die Regierung des Kantons Graubünden zustimmen. Bereits jetzt gibt es außerdem Spekulationen, ob das Projekt nicht vor allem als Finte dient, um Stoffels Verhandlungsposition bei einem anderweitigen Umbau des Hotels zu verbessern. (sb)
Unglaublich schön -häßlich, paßt wie Faust aufs Auge in die Landschaft, geht eine symbiotische Beziehung mit der Bergwelt ein, strebt nach Höherem. Man wird doch mal die Natur übertreffen können.
So schön spitz, daß es eine Freude sein wird, das Unglück ungespitzt in den Boden zu rammen.
Einfach genial, diese formale und ästhetische Zurückhaltung der Architekten, wie schwerelos auf Null zurück. (Gehen Sie über Null, und ziehen Sie kein Geld ein)
Angesichts eines so harmonischen Entwurfs fehlen mir einfach meine Begeisterung ausdrückende Worte.
NUN: depräsident Stefan Schmid. Bewilligen muss einen neuen Heliport der Bund.
Einen Businessplan für sein Hotel hat Stoffel nicht präsentiert. «Unternehmer müssen sich auf ihren Bauch verlassen», sagte er am Mittwoch vor den Medien. Der Investor rechnet mit Gesamtkosten von 300 Millionen Franken für den Turm, einen Park und den Ausbau der bestehenden Bäder-Infrastruktur. (Züricher Zeitung).
von heute (29.3.): Schulden
Remo Stoffel, der in Vals einen Mega-Turm plant, soll im Visier der Steuerbehörde sein. Es soll um offene Rechnungen in Millionenhöhe gehen. Nun nimmt der Investor zu den Vorwürfen Stellung.
Vals-Investor Remo Stoffel droht gemäss einem Urteil des Bundestrafgerichts aus dem Jahr 2010 eine Steuernachforderung von 151 Millionen Franken durch die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV). Von der Forderung seien höchstens einige Millionen übrig geblieben, sagt Stoffel.
«Ich habe keine Steuerschulden», so Stoffel gegenüber der Zeitung «Sonntagsblick». Die ESTV habe die Untersuchung Ende 2013 abgeschlossen und die Priora, eine der grössten Bau- und Immobilienfirmen des Landes, aus einer Garantie von 80 Millionen entlassen.Rückstellung von 15 Millionen
Die Bündner Steuerverwaltung hat laut Stoffel bisher weder ein Straf- noch ein Nachsteuerverfahren eröffnet. Für mögliche Nachforderungen habe die Priora Rückstellungen von rund 15 Millionen gebildet. Der Betrag werde von der Priora-Revisionsstelle PwC jedes Jahr geprüft (Handelzeitung)
Nein, ich bin total sprachlos. Schämen Sie sich Herr Architekt und die anderen wohl gleich auch! Pfui!
Vals water is already in the dirty hands of Coca Cola.
TTIP is almost ready.
Things are going fast.
Say bye bye to our planet.