Bergkristall
Monte-Rosa-Hütte im Wallis eröffnet
Morgen wird dieser funkelnde Bergkristall in der Gletscherlandschaft im Schweizer Kanton Wallis eröffnet. Die Neue Monte-Rosa-Hütte mit Blick auf das Panorama von Monte-Rosa-Massiv, Gornergrat und Matterhorn wurde von dem „Studio Monte Rosa“ der ETH Zürich entworfen und entstand als gemeinsames Bauprojekt der Hochschule und des Schweizer Alpenclubs (SAC).
Nach gut einem Jahr Bauzeit wurde der hochtechnische Holzbau mit dem Spitznamen „Bergkristall“ vor kurzem fertig gestellt (siehe BauNetz-Meldung zur Grundsteinlegung vom 22. August 2008). Im März 2010 wird die Monte-Rosa-Hütte ihren normalen Gästebetrieb in 2.700 Meter Höhe aufnehmen und der ETH Zürich weiterhin als Forschungsobjekt in den Bereichen Energie- und Gebäudetechnik dienen. Die Hütte ist mit insgesamt 120 Betten, Warmwasserduschen und einem Essraum im Obergeschoss ausgestattet.
Der polygonale, energieautarke Baukörper wirkt von oben wie ein geschliffener Felsen, von unten wie ein turmartiges Zeichen, das Orientierung bietet. Verkleidet mit einer silbern schimmernden Aluminiumhülle sowie einer in die Südfassade integrierten Photovoltaikanlage, produziert die Hütte Strom. Das Feld mit den Photovoltaikelementen, im optimalen Winkel exakt nach Süden ausgerichtet, bildete auch die Basis für den Entwurf der Hütte.
Die Kosten der Neuen Monte-Rosa-Hütte belaufen sich auf umgerechnet 4,3 Millionen Euro.
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Gute Architektur die sich perfekt in die Umgebung eingliedert. ;D
kürzlich hat er für einen schlichten, 180.000 euro teuren industriebau ein (nur dann wirtschaftliches) honorar von 70.000 euro ermittelt. es geht scheinbar nur noch um geld? ansonsten... ...hervoragende arbeit!
Toll an dem Projekt ist nicht nur die Qualität, sondern auch, dass den Studenten ein einmaliges Lernen und Erleben geboten wird, was sie begierig auf ihren späteren Beruf macht. Von vereinzelten Kollegen hört man in der Hochschule hin und wieder dieses merkwürdige Argument, dass Projekte dieser Art den armen Architekten die letzte Butter vom dünnen Brot nehmen. Wie kann man denn auch noch auf solche engagierten Initiativen von (wie es aussieht) guten Kollegen eifersüchtig sein? Wer glaubt denn im ernst, dass die wenigen angewandten Projekte die Hochschulen bestreiten den Markt von Aufträgen an real existierende Architekten leerfegen würden? Die Wahrheit ist, dass sich solche Aufträge (wie wahrscheinlich auch Monte-Rosa?), überhaupt erst durch die Initiative einer Hochschule generieren. Solche Zusammenarbeiten machen Lust auf mehr Gebäude von studierten Baumeistern. Etwas mehr Großmut und Gelassenheit wünsche ich.
Markku Rainer Peltonen