Spielbox auf Stelzen
Minihaus in Kaiserslautern
Wie eine Spielbox steht dieser kleine Bau zwischen den Einfamilienhaus-Klassikern der Vorstadt. Statt Ziegelstein oder Putz offenbart sich dem Betrachter von der Straße aus der Anblick einer grob verschalten Betonwand auf dünnen Stützen. Das Architekturbüro Scheder aus Stelzenberg stellte dieses „kleine Haus“, das sich mit dem schrägen Satteldach seinen Nachbarn gegenüber leicht ironisch präsentiert, in der ruhigen Nachbarschaft des Ortes Hohenecken in Kaiserslautern fertig.
Die Beschränkung auf Weniges spürt man außen wie innen. Nur neuneinhalb Meter breit ist das leicht ansteigende Grundstück. Das Schrägdach folgt der Steigung und wächst am höchsten Punkt ebenfalls zu knapp neuneinhalb Metern. In der Länge hat das Volumen dann doch etwas mehr Spielraum: ganze zwölf Meter.
Der Eingang über den hinteren Teil des Grundstücks macht auch keine Anstalten – Tür ist hier gleich Fenster – und führt sogleich in das „Raumkontinuum mit differenzierten Raumeindrücken, eng und weit, niedrig und hoch, klein und großzügig“, wie Jonathan Scheder treffend erläutert.
Im Inneren haben die Architekten das Haus mit weißgestrichenen Gipsfaserplatten und Ahorn-Parkett ausgestattet. Vier Fenster mit Holz-Aluminium-Rahmen geben Aussichten auf den Wald und die Nachbarhäuser. Von hier aus wirkt der Miniklotz im Vergleich zu seiner spielerisch-trotzigen Straßenseite weitaus wohnlicher. (pg)
Fotos: Maja Wirkus
Kleine Häuser ganz groß in der Baunetzwoche#376 Minihäuser
Die andere Reaktion ist dann - nicht drüber nachzudenken und es einfach nur hässlich zu finden. Auch, wenn dass den meisten Nachbarn dort sicher so gehen wird, tut mir leid, das ist mir zu einfach.
Dieses Gebäude ist anregend und eine Anregung. Wenn die Hälfte der Siedlung aus diesen Häuser bestehen würde fände ich dass auch nicht gut. So ist eine in die Wirklichkeit gestellte Utopie/Idee, an der man mal ersthaft überprüfen sollte, wann Bauvorschriften wirklich Sinn machen.
Die Fassade zur Straße ist wirklich abschreckend, da gebe ich Oli recht.
Man muss sich doch nicht am Einheitsschrott, der ringsum steht, orientieren. Kann man, muss man aber nicht. Und Du sprichst hier ein MUSS aus. Und das finde ich unmöglich.
Ein Gebäude wie dieses regt hoffentlich in der Umgebung eine Diskussion an, die möglichst dazu führt, Bauen mal ein ganz klein wenig moderner zu definieren.
Gut gemacht!