Speisen im Raster
Mensa und Mediathek von wulf architekten in Darmstadt
Das Berufsschulzentrum Nord wurde in den 1970er und 1980er Jahren im hessischen Darmstadt erbaut. Es liegt im südlichen Teil des Bürgerparks Nord, zu dem neben den Schulen auch Sportanlagen und landschaftliche Freiflächen gehören. Mit der seit 2016 begonnenen Sanierung der Bestandsgebäude ging auch die Erweiterung der Anlage durch ein Mensa- und Mediatheksgebäude einher. Das Stuttgarter Büro wulf architekten zeichnet sowohl für den 2021 fertiggestellten Neubau als auch die noch fortschreitende Sanierung verantwortlich. 2020 wurde der erste von drei Bauabschnitten fertig.
Bauherrin des Neubaus ist die Wissenschaftsstadt Darmstadt. Der zweigeschossige Baukörper auf quadratischem Grundriss umfasst 3.531 Quadratmetern (BGF). Im Obergeschoss befindet sich die Mensa für 300 Gäste. Im Erdgeschoss befinden sich eine Cafeteria, die Mediathek des Berufsschulzentrums sowie Seminar- und Büroräume der Volkshochschule Darmstadt. Die Gebäudetechnik liegt auf dem Dach. Ursprünglich war im Projektwettbewerb auch eine Aula vorgesehen. Da diese im Rahmen der Sanierung von wulf architekten im Bestand realisiert wurde, konnten die Nutzungen im Neubau angepasst werden. Die Baukosten (Kostengruppen 300–400) beliefen sich auf 13,9 Millionen Euro.
Das sichtbare Holztragwerk definiert die Ausrichtung und Nutzung des Baukörpers. Zur Grundfläche um 45 Grad gedreht, ist durch das drei mal drei Meter große Raster eine umlaufend gefaltete Fassade ausgebildet, die raumhoch verglast wurde. Durch die zurückgesetzte Fassade sind die entwurfsprägenden 90 Zentimeter hohen und 20 Zentimeter breiten Brettschichtholzträger auch im Außenraum sichtbar, während die Geschossdecken mit perforierten schwarzen Faltblechen verkleidet wurden. Ebenfalls sind durch das gedrehte Raster Balkon- und Terrassenflächen entstanden, die für Café- und Mensa genutzt werden können. Ein Oberlicht über der offenen, geschwungenen Treppe erhellt den Raum über beide Geschosse hinweg. (sla)
Fotos: Brigida González
Was wäre denn das Blau von Klein, ganz kontextlos, für sich allein? (...ist doch gerade monochrom zu sein gleichsam dort auch Funktion!?) Wie schön, dass, was differenziert, gebaut oft auch gut "funktioniert"! (...und sei es sprichwörtlich "den Eenen sin Klein,... den Annern sin Mies van der Rohe" zu sein!)
das ist nicht geklont aber konsequenter umgesetzt. bei der festhalle in neckarteilfingen hat man eine kiste ein paar zackige fassaden und eine ausgefranste dachkante (EINE) gegeben und die dachuntersicht als rauten. hier sind grundriss und dach um 45° verdreht. ob das gut ist sei dahingestellt...schick, gekonnt detailliert und edel gemacht ist es allemal.
Also ich frage mich auch, ob van der Rohes Neue Nationalgalerie auch mit kleineren Scheiben und mehr Stützen funktioniert hätte. Und diese komischen Winkel und Ecken bei dem Scharoun. Ja und um es auf die Spitze zu treiben, hätten bei dem Pollock nicht einfache monochrome Flächen genügt. Klein hat es gezeigt. Müssen wir überhaupt irgend etwas noch designen? Reicht nicht die maximal möglichste funktionale Form mit maximal niedrigem Energieaufwand und -verbrauch?
Gratulation, Herr Hernandez! :)