Schiefer-Turm von Frankfurt
Meixner Schlüter Wendt gewinnen Wettbewerb für Präsidiumsareal
Mit „Defund the Police“ – der durch die Black Lives Matter-Bewegung erstarkten Forderung, der Polizei die Finanzierung zu entziehen und die Steuergelder stattdessen in moderne Sozialarbeit zu investieren – hat dieses Bauvorhaben nichts zu tun. Dennoch regt der jüngst in Frankfurt am Main entschiedene Wettbewerb an darüber nachzudenken, wie neoliberal mit den baulichen Manifestationen der Polizei umgegangen werden soll, wenn die Struktur der Behörde grundsätzlich neu gedacht wird.
Das neobarocke Alte Polizeipräsidium (damals Neues königliches Polizeipräsidium am Hohenzollernhof) im Gallus wurde 1914 errichtet und mit weiteren Nebengebäuden bis 2002 genutzt. Die Behörde zog dann in den Neubau von Kalmbacher & Ludwig Architekten und KSP Engel Kraemer Zimmermann Architekten, während der Altbau brach fiel. Nach jahrelangem Leerstand erwarb 2018 schließlich der Düsseldorfer Projektentwickler Gerchgroup das einstige Präsidium samt Gelände, und damit eines der letzten großen Entwicklungsgrundstücke der Frankfurter Innenstadt.
Künftig soll dort ein neues Quartier entstehen, mit einem Nutzungsmix aus Büro, Hotel und Wohnen und öffentlichkeitswirksamer Bespielung der Erdgeschosszonen. Neben der Sanierung des denkmalgeschützen Bestands umfasst die vom Investor und der Stadt Frankfurt im Januar 2020 veröffentlichte Auslobung auch den Neubau eines Hochhauses mit begleitenden Sockelbauten.
Das Sachpreisgericht für den nichtoffenen Realisierungswettbewerb setzte sich aus Vorstandsmitgliedern der Gerchgroup und Vertretern der Stadt zusammen. Als Fachjury waren unter anderem die Architekt*innen Annett-Maud Joppien, Petra Wörner (beide Frankfurt), Ingo Kanehl (Köln), Ulrike Lauber (München) und der Landschaftsarchitekt Tobias Micke (Berlin) geladen, die drei Preise und eine Anerkennung vergaben:
- 1. Preis: Meixner Schlüter Wendt Architekten (Frankfurt am Main) und Vogt Landschaftsarchitekten (Zürich)
- 2. Preis: Kleihues + Kleihues und capatti staubach urbane Landschaften (beide Berlin)
- 3. Preis: HPP Architekten (Düsseldorf) und KRAFT.RAUM. Landschaftsarchitektur (Krefeld)
- Anerkennung: gmp · Architekten von Gerkan, Marg und Partner und Ramboll Studio Dreiseitl (beide Hamburg)
Die Preisgelder belaufen sich auf insgesamt 163.000 €; mit 262.000 € wurden die elf ausgeschiedenen Teilnehmer der ersten und zweiten Bearbeitungsphase, darunter Max Dudler Architekten (Zürich/Berlin) und kadawittfeldarchitektur (Aachen), entschädigt. Die Betreuung des Wettbewerbsverfahrens lag beim Berliner Büro C4C.
Der Siegerentwurf vom Meixner Schlüter Wendt ernennt das Schieferdach des Bestandsgebäudes zum das gesamte Quartier vereinenden Motiv. Der Hochbau, dessen Form sich aus einer Überlagerung der polygonalen Grundfigur mit archetypischen Dachformen ableitet, extrudiert den schwarz schimmernden Charakter des Materials weit in den Himmel.
Es wundert nicht, dass bei einem Bauvorhaben 500 Meter nordwestlich des Frankfurter Hauptbahnhofs die Erweiterung der Skyline in den Fokus genommen wird. Und so beziehen sich die lobenden Statements des Preisgericht vor allen Dingen auf die kristalline Turmfigur, die sich über dem 15.430 Quadratmeter großen Wettbewerbsgebiet erhebt. In Punkto Randbebauung und Städtebau wird der Entwurf zur weiteren Bearbeitung empfohlen. Überdies soll das Projekt auch als Bindeglied zum wachsenden Europaviertel fungieren, weshalb eine sinnvolle Durchwegung Bewertungskriterium war. (kms)
dabei wäre es doch so einfach, die wenigen solitäre einer regel zu "unerwerfen" denkt man da... in hamburg hat gmp sich m.m. seltsamerweise wenig um die ensemblewirkung des elbtowers geschert, das gelingt nach dem ebenso plumpen vorentwurf für die städtischen bühnen in frankfurt hier nun aber gegenüber allen anderen entwürfen am besten - zwar sehr konservativ aber eben deshalb stabil und zusammenwirkend mit bestand, mäckler, jahn... ...seltsam, dass dieses unmittelbare so einfach übersehen wird...
Raumgestaltung durch hochhäuser ist das Zueinander der Vertikalen, von denen jedes HH zwei besitzt eine rechts und eine links. Zwischen allen Playern bildet sich so ein Netz von Raumtoren meist in dreieckseinbindung etwa wie beim Halma. Auf diese Weise werden HH miteinander intim, wie auch die Bäume im Wald. Nun gibt es schöne Wälder und genau dieser Klang macht die Musik. Eine sehr hohe Kunst, so hoch wie die Häuser. siehe auch Google maps 3D
Nee... wartet mal... habt ihr die nicht gerade erst gebaut? Vielleicht verstehe ich auch nichts.... hoffentlich!