Dichte Leichtigkeit
Mehrfamilienhaus von HHF in Basel
Im Quartier Sankt Johann im Norden von Basel konnten die ebenda beheimateten HHF Architekten bereits den Umbau eines Apartmenthauses in der Lichtstraße realisieren. Nun folgte ein weiteres Wohnhausprojekt im Zuge einer Nachverdichtungsmaßnahme im Innenhof einer vorhandenen Blockstruktur.
Laut Architekt*innen zeigte sich die bestehende Situation als vernachlässigter innenstädtischer Raum, der für Parkflächen zwischen Brandmauern genutzt wurde. Durch die Zusammenlegung von ungenutzten Freiflächen dreier Parzellen konnte das Grundstück für einen Neubau mit insgesamt 15 Wohneinheiten sowie Grünflächen geschaffen werden. Die Herausforderungen im Projekt, wie die unregelmäßige Grundstückgeometrie oder die Nähe zum umgebenden Bestand, führten zur Ausbildung eines heterogenen Volumens mit zahlreichen Vor- und Rücksprüngen, privaten und halböffentlichen Freiräumen sowie einer Ausrichtung, die größtmögliche Sonnenlichtzufuhr generiert.
Die topografische Situation mit zwei unterschiedlichen Erdgeschossebenen hatte auch Auswirkungen auf die Erschließung des Gebäudes. Die Tiefgarageneinfahrt erfolgt von der Davidsbodenstraße und führt in das halb versenkte Untergeschoss. Das höher gelegene Erdgeschoss an der Landskronstraße ermöglicht wiederum den Fußgängern den Zugang zum Wohnkomplex über einen vorhandenen Vorbau. Radial um den Erschließungskern gruppieren sich schließlich 2,5- bis 5,5- Zimmerwohnungen mit Einheitsgrößen zwischen 52 und 151 Quadratmetern.
Auf die Integration von Balkonen, Terrassen und bis zu 40 Quadratmeter großen Gartenflächen legte das Büro viel Wert. Dazu kommt eine Begrünung und Rankbepflanzung der Brandmauern an den benachbarten Garagen oder etwa an filigranen Stäben, die sich vor den Balkonen in die Höhe ziehen. So soll auch im Lauf der Zeit eine fein abgeschirmte Pufferzone zwischen den privaten und gemeinsam genutzten Räumen entstehen. Die Kosten beliefen sich auf 10 Millionen Schweizer Franken. (lb)
Fotos: Maris Mezulis, Laurian Ghinitoiu
[Anmerkung der Redaktion: Die Pläne wurden in der ersten Version dieser Meldung versehentlich nicht veröffentlicht und wurden nachträglich ergänzt.]
...Beispiel für eine gelungene Nachverdichtung.....individuelle schön komponierte Räume im Innen- und Außenbereich...eine heitere Leichtigkeit..gut durchdachte Detaillösungen prägen dieses Projekt. Ein perfektes Haus für Individualisten die sich freuen, wenn Ihnen der Nachbar mal spontan zuwinkt oder ein Stück selbstgebackenen Kuchen über den Balkon reicht.....
Garagentor aus der Hölle.. mag man meinen, wenn man die Kommentare wieder liest. Da wird von eingequetschten Kindern lamentiert und Betonwüsten herbei phantasiert .. nehmen wir doch kurz an, dass das Kind wahrscheinlich des Denkens befähigt ist, sich umdreht und zur Entfaltung des Spieltriebs, nebst versiegelter Flächen, auch die doch recht üppigen Grünbereiche erkunden und einbeziehen wird... Aber naja...
Ich halte das Haus mit seinen Terrassierungen so circa ab dem 2.OG für bewohnbar. Da entfaltet sich mit Dachterrassen und Extensivgrün ein ausgewogener Abstand zu den Nachbarn. Dem Innenhof (z.B. Bild 12) fehlt eindeutig ein riesiger Baum, der die Nähe der Nachabfedert. Leider wurde nur eine "Stadtklobürste" gesetzt, wie man auf späteren Fotos sieht. Das wird die nächsten 20 Jahre zu wenig sein. Vermutlich wird darunter auch noch parkiert.