Vom Gefängnis zur Bibliothek
Max Dudler gewinnt Wettbewerb in Heidenheim
Die Beteiligung junger Büros war ausdrücklich erwünscht, doch gewonnen hat ein alter Bekannter und ausgewiesener Bibliotheksexperte: Der erste Preis im begrenzt offenen Wettbewerbsverfahren um den Neubau der Städtischen Bibliothek in Heidenheim an der Brenz ging an Max Dudler (Berlin).
16 Büros hatten Vorschläge für das ehemalige Gefängnisareal in der Innenstadt Heidenheims eingereicht. Die Jury unter Vorsitz von Franz Pesch vergab zwei Preise und zwei Anerkennungen:
- 1. Preis: Max Dudler, Berlin
- 2. Preis: Jean-Lucien Gay, DGJ + NAU ARGE, Zürich/Berlin
- Anerkennung: Fuchs und Rudolph Architekten, München
- Anerkennung: asp Architekten, Stuttgart
Kriterium für die Jury war neben der städtebaulichen Einbindung eine hohe gestalterische Identität der zukünftigen Bibliothek mit Verwaltung für die Historischen Museen, Archiv und Kreismedienzentrum, die die Eigenständigkeit des Komplexes bei aller Berücksichtigung auf die Funktionen gewährleistet.
Die Preisrichter bescheinigten dem Gewinner, einen „gelungenen Solitärbau“, der zusammen mit dem Rathaus und der Paulskirche einen städtischen Platz mit guten Proportionen schaffe. Der turmartige, südliche Bauteil in der lebendigen Dachlandschaft sorge dafür, dass das Gebäude als „wichtig“ wahrgenommen werde; durch die klare Fassadengestaltung entstehe bei aller Präsenz ein „ruhiger, unaufdringlicher“ Bau. 2017/2018 soll die Bibliothek in Heidenheim fertig gestellt sein.
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Und immer wieder gewinnt das Gleiche. Hat nicht der fast gleiche Entwurf letzte Woche und in der Woche davor an anderer Stelle einen Wbw gewonnen? Man bekommt das Gefühl, dass ähnlich der gleichen Läden in den Innenstädten auch gleiche "neue" Architekturen die Stadtbilder immer austauschbarer machen werden. Sicher macht Dudler mal wieder hochwertige Kost, trotzdem Schade, dass keine Jury mehr den Mut hat innovative und individuelle Entwürfe zum Bau vorzuschlagen. Immerhin wurde hier ein innovatives Konzept zumindest Preisträger.
Bravo.
1. Hier geht es nicht um "maximale Versiegelung" sondern um eine oder keine Parklandschaft, das hat solong schon richtig erkannt. 2. Falsch! Nicht die Zusammensetzung der Jury entscheidet über die entwurfsimmanente Qualität. Auch nicht der Einäugige unter den Blinden. 3. Eine sinnvolle Beurteilung erfolgt im Rahmen des Vergleichbaren. Um mehr geht es hier gar nicht. 4. Für den Ortsfremden als Hintergrundinformation ist Google Maps durchaus hilfreich. und vielleicht müssen wir zwischen Diskurs und Analyse unterscheiden