Rockefeller Center in der Schweiz
Max Dudler feiert Richtfest in Zürich
Das Ensemble der im Jahr 2004 vollendeten Sunrise-Towers in Zürich-Nord ist nun um zwei weitere Hochhäuser und einen kleineren Gebäudeteil größer geworden. Gestern konnte für das Projekt, geplant von einer ARGE aus den Büros atelier ww (Walter Wäschle und Urs Wüest, Zürich) sowie Max Dudler (Berlin/Zürich), das „Aufrichtfest“ gefeiert werden.
Zwischen dem Stadtteil Oerlikon und dem Flughafen Kloten gelegen ist hier, so der Investor, das neue „Wahrzeichen von Zürich Nord“ entstanden. Die Granitsteinfassaden der neuen 60 und 50 Meter hohen Türme ähnelt dabei wie ein Ei dem anderen der Gestaltung der Bestandsbauten. Nur die Sockelbauten sehen etwas anders aus. Die neuen Türme sind allerdings mit 14 und sieben Ober- und vier Untergeschossen niedriger als die Sunrise-Türme.
Die vier in der Höhe gestaffelten Hochhäuser, die sich treppenartig über monolithischen Sockeln erheben, umschließen den neu geschaffenen Quadroplatz, der von Restaurants und Läden gesäumt wird. Die gesamte Anlage wird, so die Hoffnung des Investors, mit den zwischen den Türmen entstandenen Freiflächen und den Restaurants und Läden zu einem Zentrum für den neuen Stadtteil werden.
;)
Dieses sog. Rockefeller Center ist wohl, auch wenn es in der spröden Schweiz gebaut ist, für die Lebenden erstellt worden. D versucht ja, die Monostruktur mit angedeuteter Unterteilung in einzelne Baukörper zu gliedern. Nur bleibt dies auf seine Rasterfassadenverteilung beschränkt, wie ein Scherenschnitt aus Papier, eine Art potemkinsches Dorf, wenn auch mit Volumen hinter dem Papier. Auch die Gliederung innerhalb der Gebäude in Sockel/Basis, Hauptteil und Attika mittels Formatwechsel und angedeuteten Arkaden ist mir zu schwach, ohne jede Plastizität. Das alles erinnert an die späten ebenso flachen Gipsmodelle von Ungers, nur ist es eben nicht so gut. Außerdem wurde dieser Quatsch hier gebaut und muss für die nächsten hundert Jahre mit Leben gefüllt werden. Hier hatte ein einzelner Architekt die Möglichkeit eine kleine Stadt um einen Platz herum zu bauen. Und was hat er daraus gemacht ? Nichts ! Sicher ich einer der ersten, der aufschreit, wenn wieder jemand im Stadtgefüge den Affen macht, aber was für Qualitäten soll man hier erkennen ? Wieder mal weniger ist mehr ?? Vielleicht ist knochentrocken auch einfach nur knochentrocken... Vielleicht gehört so ein Auftrag nicht in eine einzelne Hand, wenn diese nicht fähig ist, zu differenzieren ?
auf dem ersten blick ist dieses durchgemeterte raster erschreckend. andererseits finde ich den platz in seiner ruhe und diszipliniertheit ganz gut. eine zweidimensionilität dudlers kann ich im allgemeinen bei den projekten nicht erkennen. ebensowenig eine kartonhaftigkeit. dudlers häuser sind alle von hoher qualität in material und detail. gestern konnte man aber auch im tatort sehen, dass seine innenräume durchaus zu klaustrophobien anregen. tja, meine meinung bleibt gespalten. ich würde als fazit fast sagen: das problem liegt schon in der monostruktur der aufgabenstellung und in seinem kontext.
Der Dudler bleibt 2-dimensional, bei allem was er tut. Das ist Papierarchitektur. Er hat zwar bei Ungers gelernt, aber von dort die dritte Dimension nicht mitgenommen, nur die dünne Hülle und die Rastermalerei, nicht "die Seele". Kein Wunder, hat er doch schon in den 8oern den Modellbau für überflüssig gehalten. Tote Fassaden und tote Räume sind die Folge. Wo ist Rauke ?