Inseln, noch mehr Inseln
Masterplan von BIG für Penang in Malaysia
Schicke Flugtaxis, vulkanförmige Hochhäuser und knubbelige autonome Fahrzeuge, die sowohl an Land wie auch zu Wasser unterwegs sind. Keine Frage, bei ihrem jüngsten Masterplan für den Süden von Penang in Malaysia mussten sich BIG (Kopenhagen) nicht zurückhalten. Zusammen mit den Ingenieuren von Ramboll (Kopenhagen) und dem alteingesessenen malaysischen Architekturbüro Hijjas (Kuala Lumpur) konnten sie einen Wettbewerb des Bundesstaats Penang gewinnen. Penang liegt im Nordosten von Malaysia und erstreckt sich über ein Stück Festland und die namensgebende Insel in der Straße von Malakka.
Im Süden des nur knapp 300 Quadratkilometer großen Eilands (zum Vergleich: Bremen hat 326 Quadratkilometer) plant der Bundesstaat nun eine Expansion des Siedlungsgebiets ins Meer hinein. Seit den 1970ern gibt es hier eine Sonderwirtschaftszone samt der zugehörigen Stadt Bayan Baru. Der Fokus liegt auf Hightech-Produktion, was zu einem entsprechenden Wohlstand geführt hat. Um der gut ausgebildeten Bevölkerung Raum zu geben, sollen im Meer drei neue Inseln funktionsgemischten Stadtteilen entstehen. Diese würden – dem aktuellen Planungsstand nach – neben vielen Freizeitangeboten vor allem Wohnquartiere für jeweils rund 20.000 Einwohner*innen umfassen.
BioDivercity heißt das Projekt, das sich naturgemäß aller derzeit gebräuchlichen Schlagworte des Städtebaus bedient. Eine Koexistenz mit der Natur soll erreicht werden, was in den Renderings vor allem in vielen kleinen Kanälen zum Ausdruck kommt. Im zentralen Geschäftsbezirk, den es natürlich auch gibt, könnten außerdem Mangrovenbäume wachsen. Grüne Dächer und Fassaden würden zudem das Wassermanagement unterstützen und dezentrale Technologien zur Energieproduktionen beitragen. Über die potenziellen Auswirkungen der neuen Inseln auf das bestehende Ökosystem schweigen sich die Beteiligten aus. Vor Ort gibt es bereits Kritik an den großmaßstäblichen Plänen. (sb)
Darum geht es sicher den meisten auch bei der Kritik am "Masterplan-Gedanken" und den bunten Bildchen hier. Haben Sie mal Blasen livehaftig platzen gesehen und rechtlose Wanderarbeiter auf Baustellen erlebt, die manchem Architekten feuchte Träume bereiten? Sind Sie mal durch leerstehende Giga-Malls geschlendert? Wie dem auch sei: auch wenn Kollege Bjarke sich da seit Langem mit ansteigendem Meeresspiegel etc. beschäftigt: ein Masterplan-Gedanke dieser Art ist einfach obsolet.
im übrigen beschäftigt sich BIG schon seit jaaahren mit dem steigenden meereswasserspiegel und schützt new york city mit seinem konzept (hud - the big u) vor dem absaufen.
und während peter und stefan sich wahrscheinlich noch für ihre attikadetails abfeiern lassen, sind bjarke und sein team mittlerweile ganz woanders und gestalten eben zukunft.
Ist das ein Best Of von alten BIG Wettbewerbsentwürfen die nun verwurstet werden ? Mir fehlt das Piktogramm in dem die Würfel fliegen.
Sollen sie mal machen, ich warte ja noch auf die verfallene Stadt aus BladeRunner, wird langsam mal Zeit dass die Filmstudios ihre Versprechen einlösen.
Gemäss big.dk waren 26Personen an dem Projekt beteiligt, jeder durfte scheinbar ein Bild rendern, auch ne gute Arbeitsbeschaffungsmassnahme, hätten sich vielleicht mal vorher absprechen sollen.
Gab es bei SimCity nicht auch noch Erdbeben, Wirbelstürme und Überschwemmungen (und Aliens)?
Liefert BIG das Szenario im nächsten Schritt grad mit?
unserem planeten ist zu wünschen, dass ihm die realisierung dieses ressourcenfressenden, infantilen albtraums erspart bleibt.
außerdem gibt es sowas wie einen menschgemachten anstieg des meeresspiegels, hab ich mal gehört. venedig investiert massiv, um hochwasserbarrieren zu bauen, st. petersburg hat dasselbe getan, aber in malaysia scheint das (noch) keinen zu interessieren.
dass die lustige inselwelt voll in der einflugschneise des örtlichen flughafens liegt - geschenkt.