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02.10.2019

Duftendes Kemptthal

Masterplan und Umbau bei Winterthur von Ernst Niklaus Fausch Partner


Das kleine Dörfchen Kemptthal – zwischen Zürich und Winterthur gelegen – bietet ein interessantes Stück Industriegeschichte: Hier baute der italienischstämmige Julius Maggi ab 1869 die weltbekannte Lebensmittelmarke auf. Einst stieg einem hier das kräftige Aroma von Brühwürfeln in die Nase. 2002 kaufte der weltweit größte Duftstoffe- und Aromenproduzent Givaudan das Gelände samt Aromenproduktion von Nestlé. Nun bewerben Givaudan und der Schweizer Immoblienentwickler Mettler2Invest das rund acht Hektar umfassende Gelände unter dem Namen The Valley. Ihre Vision: die Transformation des eindrucksvollen Industrieareals zu einem Standort für Gewerbe und Lifestyle-Angebote. Für den Masterplan und einen ersten Umbau auf dem Gelände zeichnet das Zürcher Büro Ernst Niklaus Fausch Partner verantwortlich.
 
Einfach zu entwickeln ist das circa 100 Meter breite und 800 Meter lange Grundstück nicht. Zu der unzugänglichen Lage zwischen Bahngleisen und Schnellstraße kommt der kantonale Denkmalschutz, der vor allem die Sanierung der Bestandsgebäude zu einer Koordinationsleistung für Architekten, Fachplaner und Behörden macht. Der Masterplan sieht vor, die Dichte des Areals aus den 1940er-Jahren wiederherzustellen. Durch Neubauten werden so 100.000 Quadratmeter zusätzliche Flächen entstehen, allein 30.000 Quadratmeter für den Oldtimer-Händler Motorworld Manufaktur. Auch bei der Erschließung orientieren sich die Planer*innen an der Geschichte des Ensembles. Durch die Nachverdichtung möchten sie die durch Abriss und Verfall des Bestands verunklärte, ehemalige Erschließungsachse wieder fassbar machen.  
 
Das Gebäude der ehemaligen Suppenabfüllerei und Kistennaglerei – in zwei Phasen 1931 und 1940 durch die damaligen Haus-Architekten Maggis Debrunner+Blankart errichtet – haben Ernst Niklaus Fausch Partner bereits umgebaut. Es heißt nun Brick und dient Givaudan als Bürogebäude. 200 Mitarbeiter*innen gehen in kompakten Büroclustern innerhalb der Hallen mit Pilzstützen ihrer Arbeit nach. Cafeteria, Tagungsszentrum und die Räume der Geschäftsleitung befinden sich in den obersten beiden Geschossen des markanten Backsteingebäudes. Das Nutzungs- und Möbilierungskonzept entwickelten die Architekt*innen zusammen mit der Innenarchitektin Verena Frey (Aarau).

Wie so oft, inspirierten gerade die hohen Anforderungen des Denkmalschutzes die Planer*innen zu ihren Lösungen. Ein speziell entwickeltes Brüstungselement dient der Unterbringung aller zur Heizung, Lüftung, Kühlung und Kommunikation notwendigen Technik. So konnten alle Decken von haustechnischen Installationen frei gehalten werden und die schönen Pilzstützen kommen optisch voll zum Tragen.

(kg)


Fotos: Johannes Marburg


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