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https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Manufaktur_von_Snohetta_in_Wattens_5608507.html

04.02.2019

Gläserne Kassettendecke

Manufaktur von Snøhetta in Wattens


Snøhetta ist unter anderem bekannt für sein kristallin anmutendes Opernhaus in Oslo, hinsichtlich der Formensprache passt das Büro also gut zum österreichischen Schmuckhersteller Swarovski. Mit dem neuen „Kristallatelier für das 21. Jahrhundert“ wurde bereits das zweite Projekt in Zusammenarbeit mit den Norwegern umgesetzt. Bereits seit 2015 gibt es am Stammsitz in Wattens einen leuchtenden Eingangstunnel, ein Café und einen Spielturm.

Die neu errichtete Manufaktur entstand auf dem dicht bebauten Firmengelände anstelle eines bestehenden Gebäudes, verantwortlich war das Innsbrucker Studio von Snøhetta unter Leitung von Patrick Lüth. Der Zweck des gläsernen Neubaus ist dabei weder die Schauproduktion noch die Massenherstellung. Stattdessen steht hier die projektbezogene Zusammenarbeit verschiedener Disziplinen im Fokus. Zwischen Kunst und Design, Kultur, Wissenschaft und Technik sollen neue Anwendungen für die Produkte des Unternehmens entwickelt werden. Alle Stufen der Herstellung lassen sich darum schnell und flexibel unter einem Dach durchführen.

Auf die heterogenen räumlichen Anforderungen – Platz für Maschinen brauchte es ebenso wie Räume für kreativen Austausch oder Präsentation und Repräsentation – reagierten die Architekten mit einem hallenartigen Bau, in den auf halber Fläche ein doppelgeschossiges Volumen eingestellt wurde. Das Zentrum wird durch eine breite Sitztreppe und eine offene Kaffeebar definiert, an der Mitarbeiter aus allen Bereichen ebenso wie Gäste zusammenkommen. Für letztere gibt es in der weit auskragenden oberen Etage noch einen Showroom mit Holzvitrinen. Die Maschinen stehen wiederum im offenen Teil der Halle. Für großformatige Prototypen gibt es hier außerdem einen doppelgeschossigen Installationsraum, der sich in den Keller öffnet.

Besonders „kristallin“ geht es in der neuen Manufaktur übrigens nicht zu, die Architekten haben davon bewusst Abstand genommen. Stattdessen sollte die ephemere Qualität der Glasprodukte inszeniert werden, weshalb durch helle Materialen und spiegelnde Oberflächen eine teilweise flirrende Atmosphäre erzeugt wird. Wesentliche Voraussetzung hierfür ist natürlich das Licht selbst, das durch eine großformatige Kassettendecke strömt. Als lackierte Stahlkonstruktion überspannt diese die gesamte Halle. (sb)

Fotos: David Schreyer


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