Fassadentopografie
MVRDV planen Bürogebäude in Esslingen
Uneben, halb transparent und funkelnd wölbt sich ein „Kristall“ in das Bürogebäude, das im schwäbischen Esslingen entstehen soll. Feinporöses Glas imitiert die kristalline Wirkung, die MVRDV (Rotterdam) erzeugen wollen. Doch damit nicht genug: Die Form des hohlen Stücks Gebäude basiert auf der Topografie Esslingens. Der Stadtgrundriss dient als Form, die Topografie der Schwäbischen Alb als Höhenverlauf.
Der 6.500 Quadratmeter große Bau mit dem Namen The Milestone soll künftig auf zwölf Geschossen Büros, Gewerbe und Restaurants beherbergen. Ganz oben: Eine öffentliche Aussichtsplattform, die den Blick übers Neckartal, den Esslinger Hauptbahnhof und das historische Esslingen frei gibt. Der markante Turm bildet das Zentrum des Revitalisierungsprojekts „Neue Weststadt“. Ein zwölf Hektar großes, urbanes Quartier auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhof- und Hengstenbergareals. Über 600 Wohnungen sollen hier entstehen, Arbeitsplätze, Nahversorgung, Grünflächen am Rossneckar. Ein zukunftsweisendes Stadtviertel, das komplett CO2-neutral sein soll.
Hohe Ansprüche, denen MVRDV mit ihrem Entwurf gerecht werden, das jedenfalls befand der saarländische Immobilienentwickler RVI, der auch im Frankfurter Europaviertel mitmischt. So soll die spiegelnd-transparente Glasfassade Überhitzung verhindern, Solarzellen Energie erzeugen und speichern. „Dieses Gebäude präsentiert Esslingen allen, die mit dem Zug vorbeifahren. Ein neues Symbol, das Esslingens Erbe und Zukunft sichtbar macht“, meint Winy Maas, Mitbegründer von MVRDV.
Und weiter: „Die Fassade aus porösem Glas enthält QR-Codes, die die Besucher über die Menschen, Landschaften und Geschichten von Esslingen informieren, was das Gebäude zu einer interaktiven Bibliothek für alle macht.“ Auf dem 40 Meter hohen, vertikalen Stadtgrundriss werden diese Stadtgeschichten dreidimensional les- und sichtbar verortet. Der interaktive Gebäudeteil ist über Treppen und Terrassen öffentlich zugänglich, Ausblick auf die Weinberge inklusive. 2020 soll mit dem Bau begonnen werden. (kat)
Das Projekt muss verboten werden !
diese sinnlose piktogramm-schlacht. wenn man 5 seiten braucht um seinen entwurf zu erläutern, sollte man am besten nochmal von vorne anfangen.
Wenigstens hat das Gebäude eine Idee. Eine ziemlich gute sogar - die wahrscheinlich leider nicht umsetzbar ist.
Bei der dahinterstehenden Absicht, das Quartier zu entwickeln oder beleben, ist so ein Gebäude sicherlich nicht der schlechteste Impuls.
Man sehe sich nur die schon bestehenden 08/15 Bauten an. Aus so was kann sich nichts entwickeln.
Nicht dass ich ein Fan dieser Architekten wäre, ich versuche nur, auch die Pluspunkte des Entwurfs zu sehen.
Für mich muss ein Gebäude zu seiner Umgebung passen - das hat nichts mit Langeweile zu tun.
Interessant ist ja, dass das Hochhaus hier auf einmal auftaucht. Die neue Weststadt ist eine Erweiterung der Esslinger Weststadt, ein gründerzeitliches Viertel, das auch noch zur Gesamtanlage Esslingens gehört. Und für diese Erweiterung ist die Grundlage ein guter Entwurf von Lehen Drei.
Und jetzt soll auf einmal ein Gebäude da hin, das doppelt so hoch wie ursprünglich geplant ist. Mir fehlt hier eine vernünftige Ansicht der gesamten neuen Weststadtkante von der Bahnseite aus. Ich vermute mal, dass es eine Dominanz durch dieses Gebäude an dieser Stelle gibt, die ich nicht gut finde. Das eigentliche Ziel war, die Weststadt und ihre Erweiterung zu einem gemeinsamen Stadtteil zu entwickeln. Hier fehlt mir jegliche Auseinandersetzung damit, ob an dieser Stelle oder auch in Esslingen. Schade auch, dass dies in der Baunetz-Mitteilung auch nicht thematisiert wird.
Im übrigen mögen die Bewohner der Weststadt den Begriff "Neue Weststadt" nicht, eben weil das Ziel eigentlich ist, dass beide Teile zusammenwachsen sollen.