Höfliches Hochhaus
MVRDV gewinnen in Wien
Höfliches Hochhaus
MVRDV gewinnen in Wien
Mit den Gasometer-Umbauten von Jean Nouvel, Coop Himmelb(l)au, Manfred Wehdorn und Wilhelm Holzbauer ist der Wiener Stadtteil Simmering längst ein kleines Architekturmekka. Jetzt sollen die charakteristischen Bauten prominenten Zuwachs erhalten, wobei es diesmal nicht in die Breite, sondern in die Höhe geht: Beim Wettbewerb für das Bürohochhaus Gate 2 konnte sich MVRDV gegen ein starkes Feld durchsetzten. Mit dabei war auch Dominique Perrault, der vor knapp einem Jahr in der Donau-Metropole seinen ersten DC Tower eröffnen konnte. Die weiteren Teilnehmer waren:
Überarbeitungsrunde:
- Bevk Perovic Arhitekti, Ljubljana
- Burkard Meyer Architekten, Baden
- Pichler + Traupmann Architekten, Wien
Erste Runde:
- Delugan Meissl, Wien
- Dietmar Feichtinger Architectes, Wien
- KCAP, Rotterdam/Zürich
- Nieto Sobejano (Berlin/Madrid) und EEP Architekten (Graz)
Das Konzept von MVRDV nennt sich „Turm mit Taille“, was auf den Bildern allerdings eher wie eine sportliche Drehung wirkt. Insbesondere dieses Charakteristikum wurde von der Jury gelobt, die sich vom „eigenständigen Auftritt“ des Turms überzeugen ließ. Die Niederländer bezeichnen ihr Gebäude mit knapp 110 Metern als „höfliches Hochhaus“, das sich zum Stadtraum hin öffnet. Genau dies soll nämlich durch die Drehung erreicht werden, weil sich so der Umfang der unteren Geschosse reduziert und mehr öffentliche Freifläche übrig bleibt.
Interessant ist, dass MVRDV kein reines Bürohochhaus vorschlagen, sondern eine Umnutzung in Wohnraum gleich mit denken. Das macht Sinn, denn auch der Gewerbeanteil des Gasometer-Viertels wurde erst nach einer Neuausrichtung als „Music City“ zum Erfolg. Der Twist des Hauses könnte also auch als Symbol für die Anpassungsfähigkeit der Nachbarschaft verstanden werden. (sb)
Zum Thema
Kommentieren
Der Schatten des Hundes ist nicht sichtbar, da dieser Schatten im Schatten des Fenstersturzes liegt. Und nochmal: Was hat der Schatten der Frau und des Hundes mit der Architektur zu tun?
ich bitte um Aufklärung, wg. des Schattens. Wirft die Frau einen eckigen Schatten, obwohl von den Architekten ganz offensichtlich nicht eckig imaginiert? Und warum hat dann der Hund gar keinen? Die Geschichte mit Frauen ohne Schatten ist sh. Hoffmannstal/Strauss "Die Frau ohne Schatten" insofern vielleicht nicht ganz ohne Relevanz, als diese bekanntlich in einer Gespensterwelt leben. Ob das für die gezeigte "Architektur" zutrifft möchte ich als Nicht-Wiener nicht beurteilen.
@ maestrovel: Wen interessiert denn ein angeblich fehlender Schatten in einer Animation? Davon abgesehen: Wenn Sie einigermaßen Ahnung von Perspektiven und Schattenwurf hätten, wäre Ihnen bestsimmt der Schatten der Frau aufgefallen! Denn die Frau wirft in der Tat einen Schatten! @remko: Von einer Modeerscheinung zu sprechen ist doch etwas übertrieben. Die Mehrzahl der neuen Hochhäuser sehen doch eher aus wie die des Architekten Meyer! Selbst wenn es eine Modeerscheinung wäre, sagt das doch überhaupt nichts über die Qualität des Gebäudes aus!