Bücherberg in Glasscheune
MVRDV bauen Bibliothek bei Rotterdam
Mit der Architektur in Form eines Berges, geformt aus aufeinander gestapelten Büchern, möchte das Büro MVRDV (Rotterdam) die Leselust der Bevölkerung von Spijkenisse, einem Vorort von Rotterdam, steigern. Am 28. Mai 2009 wurde für den Bibliotheksneubau der Grundstein gelegt.
Der Neubau wird auf einer Fläche von 10.000 Quadratmetern Nutzfläche im Zentrum des Ortes gegenüber des Marktplatzes und der Stadtkirche entstehen. Die Architekten über ihren Entwurf: „Die äußere Gestalt und das verwendete Material des Gebäudes erinnern an traditionelle, niederländische Scheunenarchitektur. Der Neubau soll fürs Lesen werben. Durch das Aufeinanderschichten der Raumvolumina wie Büros, Konferenzräume und Auditorium entsteht eine Terrassenlandschaft, die mit den auf Regalen angeordneten Büchern, den Bücherberg bilden.“
Die Fassaden des um den Bücherberg erbauten Kubus bezeichnen die Architekten als Glasglocke. Als fast unsichtbare Membran, die mittels eines Solar-Schutzes, der so auch in Gewächshäusern verwendet wird, sowie natürlicher Lüftung und einem unterirdischen Wärmespeicher für ein angenehmes Klima in der Glocke sorgt.
Die Bibliothek soll bis September 2011 fertig gestellt sein.
Zum Thema Konstruktion und Haustechnik geben MVRDV selbst mehr Auskunft. Immerhin hat es das (mit Arcadis) entwickelte Klimakonzept 2008 zu einer Nominierung beim "De Vernufteling Award" gebracht (dem laut niederländischer Wikipedia "Nederlands meest prestigieuze ingenieursprijs"). Ganz so undurchdacht und zum Scheitern verurteilt, wie manche Kritiker hier glauben, scheint das Projekt demnach nicht zu sein.
Nur weil bei dem einen MVRDV drauf steht und noch absolut alles im Konzept zu stehen scheint?
Aber sicher weiß MVRDV genau, wie man in einer vollkommen besonnten Bibliothek ein angenehmes Klima bilden kann. Aber Hauptsache die Bespaßung ist gegeben.
Die Bücher dort werden, wenn sie genutzt werden wie gewünscht, kaum je so alt werden, dass sie eine Chance hätten, durch Sonnenlicht zu zerfallen.
Gruß, svenski.
Die bisherige Realität sieht doch anders aus - schnell das Buch in dunklen Gängen suchen, hoffen, dass es kein Präsenzexemplar ist und ab nach Hause. Ich finds prima!
Und Gofffried Böhm hat da nun wirklich nichts mitzureden. Die beiden Entwürfe sind doch meilenweit voneinander entfernt!
diese überlegung müsste einen eigentlich doch in der konzeptionsphase zweifeln lassen. wieso sagt man sich da nicht:
"hey, coole idee mit der glasscheune, aber lass uns das mal machen wenn ein kunde ein tropenhaus oder sowas will"
irgendwie scheint das paradoxe seinen reiz zu haben. es ist halt nur schade dass solche scherze auf kosten der allgemeinheit gehen, schlussendlich.