Das Haus, das lacht
Luxusapartments in New York von BIG
Wohnen mit Loft-Atmosphäre, offener Wohnküche, bodentiefen Fenstern, im Haus selbst bunt gestaltete Gemeinschaftsräume mit Pool und Tischtennis, ein Fitnessraum, ein Spa-Bereich für entspanntes Saunieren, auf dem Dach ein großer Pool mit Blick auf die New Yorker Skyline – The Smile hat alles, was man sich wünschen kann. These des Tages: Vielleicht hat BIG (Kopenhagen, New York) im Stadtteil Harlem im Norden New Yorks nicht nur einen neuen Luxusapartmentblock, sondern einen Hipster-Traum in Beton gegossen und damit sinnbildlich die Architektur für den Lifestyle einer Generation realisiert.
Ausgangspunkt bildet ein rechteckiger Baugrund an der 126. Straße, südlich angrenzend an einen flachen Bestandsbau mit kommerzieller Nutzung an der 125. Straße (a.k.a. Dr. Martin Luther King Jr Blvd). Ersterer wird mit einer Scheibe bebaut, auf letzterem wird ein quer dazu gestellter Aufbau gesetzt, wodurch ein T-förmiger Grundriss entsteht. Entlang der 126. Straße neigt sich die Fassade des Gebäudes sanft nach innen, während sie nach oben ansteigt. Diese Kurvierung ist Namensgeber für das in Emoji-Manier zu verstehende Lachen: „–(“, zumindest soweit man das Gebäude aus Vogel- beziehungsweise Drohnenperspektive betrachtet.
Im Inneren finden sich neben den 233 Wohneinheiten ein atriumartiger, von hohem Oberlicht natürlich belichteter Coworking Space sowie allerlei Annehmlichkeiten, die man üblicherweise in Luxushotels erwartet. Gestalterisch wird auf Minimalismus, rohen Beton in Kombination mit hochwertigen Materialien sowie gezielte Akzente gesetzt: „Die Eingänge sind mit lebhaften Farbtupfern aus Beton gefliest, die von den Straßenmalereien des Viertels inspiriert sind und einen einzigartigen, lebendigen Empfang im Gebäude bieten“, stellt die Pressemitteilung fest und spielt damit geschickt auf die traditionell von afroamerikanischer Kultur, Aktivismus und eher geringerem Einkommen geprägte Stadtstruktur an.
All das ist in seiner Reinform zugleich so alltäglich wie irritierend, dass The Smile eigentlich nur als Höhe- und Endpunkt einer architektonischen Formensprache gewertet werden kann. Spannend ist, jetzt zu sehen, was Bjarke Ingels Group als Nächstes vor hat. (stu)
Fotos: Pernille und Thomas Loof
Ich vermute allerdings, dass es hier wieder um Mini-Wohnungen für Digitalnomaden geht, dann muss man es auch wieder nicht gesehen haben...
Ist das so ein Hipster-Instagram-Pool für coole Fotoshoots oder einfach nur völlig überflüssig?
Vielleicht lag es am Investor ... Aber die Innenräume rocken, abgesehen von der Sauna, überhaupt nicht. Die Fassade gibt, im Gegensatz zu einigen Nachbarn, keine neuen Reize in die Umgebung ab und die Biegung reissts auch nicht raus. Die ganze Welt verlangt grüne Fassaden. Gerade bei einem "Luxus"-Kasten wäre das doch am ehesten möglich und BIG tut was? Nichts.
Das soll nicht BIGs Leistungen herabwürdigen - sie gehören sicher zu den innovativsten Architekten ihrer Art - aber dieses Projekt sollte man besser nicht zu sehr in den Vordergrund schieben.