Haut aus Glas
Luisen-Forum in Wiesbaden eröffnet
Der Trend zur deutschen Shopping Mall hält an. Morgen öffnet nach dreijähriger Bauzeit das „Karstadt Luisen-Forum Wiesbaden“. Der Umbau des ehemaligen Karstadt-Kaufhauses in eine Shopping-Mall fällt durch eine riesige Glasfassade auf.
Für die Neugestaltung des historischen Kaufhauses waren zwei Wettbewerbe ausgelobt worden. Den Wettbewerb für den Umbau gewannen Schröder Schulte-Ladbeck Strothmann Architekten aus Dortmund. Die alte Kubatur wurde erhalten, während das sechsgeschossige Haus völlig entkernt wurde. Das Büro Gatermann+Schossig aus Köln gewann dann den ersten Preis für die Fassadengestaltung.
Das Gebäude des Shoppingcenters ist Teil eines Baublocks der Wiesbadener Innenstadt. Leitidee des Entwurfs laut der Fassaden-Architekten ist eine klare Einfügung der neuen Fassaden in den städtebaulichen Kontext durch Farbabstimmung der Materialien. Die 10.900 Quadratmeter große Fassade des Shoppingcenters ist ausschliesslich als Fassade aus transparenten und nichttransparenten Flächen konzipiert. Die Auswahl opakfarbener Glaselemente orientierte sich an den orangeleuchtenden Ziegelsteinen der Wiesbadener Marktkirche. Einzelne Fassadenelemente im Bereich der Haupteingänge werden hinterleuchtet und tragen als Werbetext den Centernamen. Das Staffelgeschoss ist als Pfosten-Riegel-Konstruktion mit einem außenliegenden Sonnenschutz und einer Alu-Kassettenverkleidung ausgeführt.
Das ehemalige Parkhaus an der Schwalbacher Straße erhält ebenfalls eine neue Hülle aus semitransparenten Industriegläsern, die das Gebäude weniger massig wirken lassen. Im unteren Bereich des Parkhauses sind ebenfalls Einkaufsmöglichkeiten vorgesehen.
Auch auf das Konto des Kölner Architekturbüros geht eine Verbindungsbrücke zwischen Shoppingcenter und Parkhaus als filigrane Glas-Alu-Konstruktion. Sie hebt durch Form und Gestalt den Barriereeffekt auf. Eine entsprechende Lichtinszenierung sorgt dafür, dass die Brücke auch bei Dunkelheit eine besondere Ausstrahlung erhält.
Kaum zu glauben, dass Kollegen so etwas zu stande bringen. Es wird Zeit, dass es 20 Jahre später wird und das genze wieder abgerissen wird.
Das gewählte Orange lässt keinerlei Verbindung zur Marktkirch zu, noch schafft es die Ganzglasfassade, dieses riesige Objekt weniger massig wirken zu lassen. Auch die Brücke ist keine neue Erfindung und ebenso schrecklich, wie die vorhergegangene.
Auf dem Foto ist im Übrigen die (neue) Fassade des fast benachbarten C&A zu sehen, nicht die des Luisenforums.
Respekt, das nenn ich mal einen gelungenen architektonischen Brueckenschlag.
Ist das Gebaute noch schlechter als das Konzept oder warum gibt es nur orangeleuchtende Renderings?