Kö-Bogen
Libeskind baut in Düsseldorf
Am gestrigen Donnerstag endete in Düsseldorf die Angebotsfrist eines Vergabeverfahrens, das in der Lokalpresse fälschlich als „Wettbewerb“ dargestellt wird. Es waren Investoren aufgefordert, sich mit einem Architektenentwurf für die wichtigste Bauaufgabe in der Stadt für die nächsten Jahre zu bewerben, dem so genannten „Kö-Bogen“ am nördlichen Ende der Königsallee („Kö“).
Nachdem ein Frankfurter Investor mit einem Entwurf von Jürgen Mayer H. aufgegeben hatte, war am Ende nur noch ein Bieter übrig: Die Düsseldorfer Firma „Die Developer” mit einem Entwurf von Daniel Libeskind. Die Zustimmung der Politik zu diesem Projekt gilt somit als reine Formsache. Dem Stadtrat soll bereits in seiner Sitzung am 5. Februar ein entsprechender Beschlussvorschlag vorgelegt werden. Ein zuvor von der rot-grünen Opposition im Stadtrat unterstütztes Bürgerbegehren gegen das Projekt war gescheitert.
Mit dem Gebot ist die Pflicht verbunden, den ersten Bauabschnitt des Kö-Bogens, der eine Bebauung und Untertunnelung des Jan-Wellem-Platzes vorsieht, auch tatsächlich zu verwirklichen. Das Grundstück soll mindestens 46 Millionen Euro kosten; die Bebauung wird auf rund 300 Millionen Euro geschätzt. Die Gebäude werden 26 Meter hoch und sollen in fünf Jahren bezugsreif sein.
In Libeskinds Entwurf nehmen die Gebäude die geschwungenen Formen des Schauspielhauses auf. Eine Glasfassade zum Hofgarten spiegelt die Vertikale des dortigen Dreischeibenhauses wider, durchbrochen von Grünflächen.
Allerdings kann man dem Entwurf auch ohne dieses Wissens ohne Weiteres seine Genese ansehen. Selten hat man derartig uninspirierte, Volumenoptimierte Kulissenarchitektur gesehen, die freilich nicht einmal in der Lage ist, kraft ihrer Kulissen Begeisterung hervorzurufen. Zeigte sich bereits schon im jüdischen Museum die Unfähigkeit des Autors, überzeugende räumliche Zusammenhänge zu entwerfen (im schroffen Unterschied zu räumlichen "Betroffenheits"-Events) , so führt sich dieses fundamentale Problem im Kölner Entwurf fort. Auf der anderen Seite hat es dann auch etwas Beruhigendes, dass selbst Star-Architekten vor dem grandiosen Scheitern nicht gefeiht sind.
Nach jahrelangem Gezetere wurde ein Bewerbungsverfahren für Konsoriten (Investoren + Architekten) ausgelobt. Dieses Verfahren war aber von Anbeginn derart lächerlich und über die Maßen kompliziert, dass die Mehrheit erfahrener Entwickler und seriöser Architketen nach Sichtung der Unterlagen bereits das Handtuch warfen. Weitere Konsortien, die sich beworben hatten, wurden aufgrund angeblicher Formfehler zurückgewiesen. Der Erwin-Nachfolger konstatierte noch irritiert, er hätte größeres Engagement insbesondere von russischen und arabischen Investoren erwartet. Wer ist denn so wahnsinnig und garantiert im Vorfeld schon die Umsetzbarkeit der Maßnahme inkl. eines Tunnelbaus und kann hierfür sogar noch das nötige Kleingeld nachweisen? Umso schmerzhafter ist, dass nicht nur regionale Architketen sondern auch jm aus berlin aufgrund der unbegreiflichen Arroganz der Stadtväter und Dr. Bonin das Weite suchten. Es handelt sich bei dem Kö Bogen 1 um das beste Filetstück der Stadt, das mit belanglosen, teils zerflossenem, teils zerschnitten Gebäuden a la Liebeskind lächerlich besetzt wird. Es ist die Manifestation eines über Jahre währenden Streites zur Bebauung dieses spannenden Areals. der kleinste gemeinsame Nenner wurde gefunden. was für eine farce!
gäääähhhn liebeskind wie immer, das bringt mich nich mehr wach...