Justizzentrum Herne
Léon Wohlhage Wernik gewinnen Wettbewerb
Beim Wettbewerb für das Justizzentrum Herne wurde nun in zweiter Runde das Ergebnis bekannt gegeben. Von ursprünglich 18 eingereichten Arbeiten waren drei in eine Überarbeitungsphase gegangen. Im nicht-anonymen Finale des Wettbewerbs vergab die Jury unter der „Moderation“ von Gesine Weinmiller daraus nun folgende Preise:
1. Preis: Léon Wohlhage Wernik, Berlin
ein 2. Preis: Schweger Associated, Hamburg
ein 2. Preis: h4a Gessert+Randecker+Legner Architekten, Stuttgart
Bei dem Wettbewerb ging es um die Zusammenfassung von zwei Amtsgerichten an einem Standort. Das denkmalgeschützte historische Gebäude des bestehenden Amtsgerichts Herne sollte dabei integriert werden. Ein ebenfalls denkmalgeschützter Zellentrakt dagegen stand zur Disposition. Der Siegerentwurf sieht den Abriss dieses Zellentraktes vor. Alle Büros, die versucht hatten, den Zellentrakt zu erhalten, seien an dieser Aufgabe gescheitert, hieß es in der Lokalpresse.
Die Jury beurteilte den siegreichen Entwurf so: „Die Verfasser entwickeln durch die vollständige Entfernung des Zellentrakts sehr konsequent ein neues Gebäude, das sich selbstbewusst neben dem Amtgericht platziert und durch sehr behutsame Fugen den Respekt zum Denkmal wahrt. Dieser Ansatz ermöglicht eine nahezu optimale und kompromisslose Umsetzung des Raumprogramms und all seiner funktionalen Anforderungen. Im Detail konnte durch die Reorganisation des Eingangsbereichs und die logische Anordnung der Erschließungskerne die Zuwegung und Verteilung in Neubau und Amtsgericht klar gegliedert und einfach umgesetzt werden. Es ergeben sich so spannungsvolle Raumabfolgen hin zu den Sitzungssälen, die auch Bezug zum zurückhaltend gestalteten Innenhof aufnehmen. Die großzügige Halle vor den Sitzungssälen bietet eine angemessene Atmosphäre und zugleich durch geschickte Zonierungen genug Raum zur Vorbereitung vor den Sitzungen.
Das Amtsgericht wird im Innenhof freigestellt und mit den Neubau nur an zwei Stellen harmonisch und in angemessener Haltung angebunden. Dadurch behält das Denkmal nicht nur vollständig seine Identität, sondern wird in seiner Strahlkraft noch gestärkt.
Die Fassaden des Neubaus vermitteln eine kräftige, eigenständige Haltung, die sich wohltuend vom Amtsgericht abhebt. Die Gliederung der Fassade mit derAusbildung eines Sockels als Reminizenz an das Amtsgericht unterstreicht die Bedeutung der Nutzung und unterstützt die klare Erkennbarkeit des Eingangsbereichs.
Letztlich kann dieser Beitrag sowohl gestalterisch – insbesondere auch im Respekt zum denkmalgeschützten Amtsgericht – als auch funktional überzeugen.“
das ist so schade am wettbewerbswesen: da werden keine innovationen produziert, sondern im gegenteil die konformsten arbeiten der
immer gleichen teilnehmer belohnt. pfui!
verehrte auslober: durch die zulassung der immergleichen immerlangweiligen linientreuen büros schaufelt sich das ohnehin kriselnde wettbewerbswesen doch sein eigenes grab. bloß kein risiko, bloß nichts neues...
dabei kann schon ein blick ins benachbarte österreich sehr erfrischend sein.
und die frage ist, warum veröffentlich man so einen wettbewerbsgewinn eigentlich? nur weil das büro einen namen hat?? allein schon die innenraumperspektiven aktivieren bei mir den 'snooze-button' - von der aussenansicht schreib ich lieber nichts... ich sach' nur, datt könnte auch locker ein weiteres shoppingcenter sein... nochmals: gähn.
Kritik ist immer leicht angebracht. Architektur ist aber nicht nur auf Innovation bedacht. Man sollte auch Jury-Entscheidungen akzeptieren können und dabei die Gewinner nicht mit Verbalentgleisungen düpieren.
als justizzentrum ganz die sprache, die man erwarten darf: machtvoll, würdevoll, ehrgebietend.
ein großes pfui den gewinnern!