Im Hang verankert
Lehmhaus in Österreich fertig
Auch Lehmhäuser können gut aussehen – wie zum Beispiel das Wohnhaus Rauch in Schlins, Österreich. Das Haus wurde von den Architekten Martin Rauch und Roger Boltshauser im Zeitraum von 2004 bis 2008 geplant und gebaut, Bauherrin war die Lehm Ton Erde GmbH.
Das Haus entstand auf einer schmalen Parzelle an einem steilen Südhang und ist dementsprechend im Erd- und ersten Obergeschoss in den Hang hineingebaut, bzw. mit im „verankert“. Der Aushub des Erdreichs wurde auf 0-30 mm gesiebt und mit unterschiedlichsten Verarbeitungstechniken im Bauprozess wiederverwendet, z.B. für die die tragenden Wände, die Stampflehm-Öfen, die Böden und die Drainageabdichtungen. Die Stampflehm-Wände sind 45 Zentimeter dick und wurden mit Preßluftstampfern vor Ort in der Schalung verdichtet. Die erdberührenden Wände sind mit Bitumen- und Schaumglasisolierungen abgedichtet, der Rest der Wände wurde von außen unbehandelt belassen. Nur das Treppenhaus hat sowohl außen wie innen unbehandelte Wände.
Die Wohnräume sind ebenfalls mit Lehmoberflächen versehen: matt gewachste Lehmstampfböden, helle Kaseinspachtelungen für die Fensterlaibungen, Lehmputz für Wände und Decken (mit Flachsgewebe armiert). In der gesamten Konstruktion gibt es keine Folien oder Dichtungsschäume, nur nachwachsende Isolationsmaterialien und Winddichtungen aus Lehm.
Alle Materialien wurden in den zweieinhalb Jahren Bauzeit genau dokumentiert. Die Auswertung der Energie- und Klimadaten steht noch aus.
könnte es sein, dass der Architekt, Lehmbaumeister und Bauherr Martin Rauch aus seiner langjährigen Erfahrung genügend Expertise im Umgang mit Stampflehm gewonnen hat? Machen Sie sich einfach mal die Mühe und schauen sich dessen Homepage www.lehmtonerde.at an. Einige der gezeigten Bauten kenne ich aus persönlicher Anschauung, und ich kann Ihnen versichern: Auch ohne den "sinnrichtig" passenden Dachüberstand schauen die Gebäude noch nach Jahren prächtig aus. Und am Rande: Der Begriff "Bauhauskubismus" ist sachlich falsch und architekturgeschichtlicher Unfug. @Bauforum: Was oder wen entlarvt denn die Seitenansicht genau? Zumindest entlarvt die alberne Rundumschelte "Architekten sind für diese Banalitäten leider i. d. R. zu arrogant" Sie als offensichtlich nicht vom Fach. Es erstaunt mich immer, mit welcher "Nonchalance" und Respektlosigkeit selbsternannte Experten glauben, hier über die 120.000 Kollegen (Architekten, Stadt- und Innenraumplaner in Deutschland) den Stab brechen zu können, ohne dass Sie selbst jemals in die Verlegenheit kämen, den Beweis dafür antreten zu müssen, dass Sie es besser können.
Wer Gefühl für Proportionen und Bauen in der Natur hat, dem stehen bei dem Anblick die Haare zu Berge. Wie man anhand der Kommentare sieht, sind Geschmäcker verschieden. Jeder sollte so wohnen wie es ihm gefällt, vorausgesetzt, das Bild der Umgebung wird nicht gestört.
Architekten sind für diese Banalitäten leider i. d. R. zu arrogant. Wie beruhigend, dass es in Deutschland z. Zt. doppelt so viele Architekten wie Ärzte gibt...
Ich glaube kaum, dass der Verfasser die "Schönheit" des Gebäudes erläutern muss. Diese erschliesst sich dem geübten Auge von selbst... Wenn man unter dem Stichwort "Ökologisch Bauen" althergebrachtes 80er-Jahre-Gebastel versteht, dann sollte man mit der Verunglimpfung zeitgemässer Architektur vielleicht etwas vorsichtiger umgehen. Ich sehe bei diesem Projekt keinen Anlass zur Kritik der Komposition, finde es ganz im Gegenteil sehr zurückhaltend und ausgewogen... Freundliche Grüsse
heute noch immer stehen. Schönes Gebäude - Die Auswertung wird nach Nachhaltigskriterien interessant.