Archaische Hülle
Landhaus in Andalusien von GRX Arquitectos
Die Sehnsucht, in einem idyllischen und zugleich modernen Häuschen fernab der Stadt zu wohnen, wächst nicht nur in Deutschland. Auch in Spanien zieht es jüngere Leute wieder in den ländlichen Raum. Zum Beispiel in die kleine andalusische Gemeinde Puebla de Don Fadrique: Hier haben GRX Arquitectos aus Granada mit der Casa Calixto ein Haus für neue Landbewohner*innen entworfen. Das vereint die Anmutung alter Bautraditionen mit zeitgenössischer Materialität und Großzügigkeit im Inneren. Es sei ein Bau, der nicht versuche, seine Umgebung zu dominieren, sondern vielmehr in dieser Umgebung aufzugehen, schreiben die Architekten zu ihrem Projekt, dessen Budget bei 120.000 Euro lag.
Das Dorf liegt am Fuß der Sierra Sagra, einem Gebirgszug ganz im Norden Andalusiens an der Grenze zu den Regionen Kastilien-La Mancha und Murcia. In der Gegend herrscht ein eher raues Klima, mehr kontinental als mediterran, im Winter fällt Schnee. Dazu passt der rustikale und robuste Charakter des Hauses, dessen Betonstruktur mit übrig gebliebenen Gesteinsbrocken aus einem nahen Steinbruch verkleidet wurde. Die ausschließliche Verwendung von Resten aus der Produktion großer Steinplatten trug wesentlich zur Wirtschaftlichkeit des Gebäudes bei. Zugleich passen sich die archaische Grobheit des Materials und seine helle Farbgebung optisch geradezu perfekt in die karge, von Viehzucht geprägte Landschaft ein.
Das Haus wird von einem Garten und einer halbhohen Mauer umgeben und gliedert sich in ein einfaches Programm: ein großer, offener Wohn- und Kochbereich, ein Bad, zwei Schlafzimmer, eine Garage. Eine über die ganze Gartenfront des Volumens laufende Verglasung verbindet das Innere mit dem Außenraum und eröffnet einen weiten Blick in die Landschaft. Der auskragende Betonrahmen soll im Sommer die direkte Sonneneinstrahlung minimieren. Von dieser Seite aus betrachtet, wirkt das Haus fast, als habe man einen flachen Beton-Glas-Quader unter einen Steinhaufen geschoben. Denn auch das asymmetrische Satteldach ist komplett mit Steinen bedeckt. Im Gegensatz zum gedrungenen Straßeneindruck schafft der hohe Dachstuhl aber im Inneren ein luftiges Raumgefühl. Der restliche Teil des Volumens wird über zwei Oberlichter und kleine quadratische Fensteröffnungen an den Gebäudeseiten belichtet. (da)
Fotos: Javier Callejas + Imagen Subliminal
Eine kalkulierte Auflösung der Kanten, was unsere ganze Wahrnehmung von geometrischen Körpern infrage stellt.
Wir sind doch hier nicht in Spanien....
das dach ist "originell", aber erinnert an die rundum kunststoffueberzogenen gebaede aus den 80ern, die wie in farbe gefallen wirkten.
hier eben mit stein, irgendwie komisch.
den bewuchs wuerde ich mir in ein paar jahren auch gerne ansehen!
und die hülle wird allerlei getier aufnehmen, ist ja auch schön! die käfer picken dann die hühner weg.
interessant würe ein fassadenschnitt, insbesondere das dach und der übergang in die senkrechte.
@iaxamotto: weisse lederslipper sind nicht elegant sondern....na ja. hatt emal einen chef in solchen dingern...
Ansonsten:
Besser Hühner in der Küche als ein Pferd auf dem Dach.
Das Dach gefällt, dennoch:
ohne Moos nix los. Verschattung dann mit Hilfe von Commisario Concrete.
Das Dach in Stein - aber noch nicht der Stein der Weisen...