Kleinteilig Bauen für ländliche Kunst
Kunstmuseum für Ahrenshoop
Ahrenshoop auf dem Darß war neben Worpswede vor etwa 80 Jahren die bedeutendste Künstlerkolonie Norddeutschlands. Zu DDR-Zeiten galt der Ort als Urlaubsenklave der Politprominenz. Seit der Wende sind etliche neue Hotels, eine Kurklinik und Ferienhaus-Anlagen, die sich nicht immer in den historischen Bestand aus schilfgedeckten ländlichen Hallenhäusern einfügen, entstanden. Gestern wurde grünes Licht für einen Museumsneubau in der Künstlerkolonie gegeben, in der bisher mehr als 300 Künstler tätig waren. Den Architektenwettbewerb hatte das Berliner Büro Volker Staab Architekten gewonnen.
Der Entwurf sieht die Aufteilung in mehrere zweigeschossige Gebäude vor, die im typisch ländlichen Baustil der Insel errichtet und verwinkelt miteinander verbunden sind. Neben Ausstellungsräumen sind auf einer Gesamtfläche von 2.200 Quadratmetern auch ein Veranstaltungssaal, eine Cafeteria und eine große Terrasse geplant.
Die Architekten über ihren Entwurf: „Trotz uneingeschränkter Zeitgenossenschaft der hier arbeitenden Künstler war sowohl bei ihren Werken als auch bei ihren Häusern eine tiefe Verbindung mit der Landschaft und der baulichen Tradition dieser Region zu spüren. So ist das vorgestellte Konzept der Versuch einer Transformation dieses ländlichen Bautypus in eine zeitgemäße Museumsstruktur.
Ausgehend von einem Bild einer Gruppe reetgedeckter Häuser wird ein Konglomerat an Einraumhäusern entwickelt, welches sich aus der Korngröße der eigentlichen Ausstellungsräume ergibt. Durch das Verschmelzen dieser Dachformen entsteht ein skulpturaler Baukörper, der diese scheinbaren Einzelhäuser zu einem Gesamtkomplex verbindet. So fügt sich der Baukörper selbstverständlich in die Maßstäblichkeit der Nachbarschaft ein und entwickelt doch eine neuartige Zeichenhaftigkeit für dieses auch überregional so bedeutende Museumskonzept."
Dass die Künstler-Tradition rege fortgeführt wird, beweist das Engagement des Vereins der Freunde und Förderer des Kunstmuseums Ahrenshoop. Er hat für den Neubau 1,5 Millionen Euro an Eigenmitteln aufgebracht. Mehr als 350 Kunstwerke liegen bereits im Fundus des geplanten Museums.
Das Museum soll 2010 Baustart haben und 2012 eröffnen.
...möge der ´Alterungsprozess´der Außenhaut schnell einsetzen, denn SO fügt sich die goldglänzende Optik leider so gar nicht harmonisch in das Umfeld ein. Wir sind gespannt..
"Trotz uneingeschränkter Zeitgenossenschaft der hier arbeitenden Künstler war sowohl bei ihren Werken als auch bei ihren Häusern eine tiefe Verbindung mit der Landschaft und der baulichen Tradition dieser Region zu spüren." Ganz offensichtlich ist nicht der vorgestellte Entwurf gemeint, sondern es ist die Rede von den ortsansässigen Künstlern. Erst dann spricht der Architekt über seine Arbeit und sagt: "So ist das vorgestellte Konzept der Versuch einer Transformation dieses ländlichen Bautypus in eine zeitgemäße Museumsstruktur." Die Verwendung des vorgefundenen Bautypus´ ist ganz bestimmt abzulesen. Aber Transformation ist wohl das eigentliche Stichwort . Und das heißt eben nicht 1 zu 1 das zu übernehmen, was da ist und es fortzuführen. Insofern läuft Ihre Kritik ein wenig ins Leere, wenn Sie dem Verfasser unterstellen, er würde auf diese Weise seine vermeintlichen Ziele nicht erreichen. Ziele, von denen Sie zu glauben scheinen, dass er sie hätte haben sollen. Vielleicht war aber eine allgemeine "zeitgemäße Auseinandersetzung mit Tradition (Holz, Schilf, Meer, Sand)" garnicht sein Anliegen.