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01.09.2016

The Art of Living

Kunstcampus von léonwohlhage in Berlin


„The Art of Living“: Was nach Selbsthilfe oder Yoga klingt, ist in Wirklichkeit ein Wohnprojekt der Groth Gruppe in unmittelbarer Nähe zu Berlins Hamburger Bahnhof, dem Hauptstadt-Museum für Gegenwartskunst. Hier, im Niemandsland, soll mit Hilfe des Masterplans Berlin Heidestraße bald Berlins „weltstädtische Mitte“ entstehen. In den letzten Jahren hatten sich nordwestlich in den Industriehallen um die Heidestraße einige Ateliers, Galerien und Clubs angesiedelt. Das von Groth als KunstCampus beworbene Wohngebäude sieht in dieser „avantgardistischen Kunst- und Kulturszene“ der Nachbarschaft offensichtlich eine Marketingchance.

Im Auftrag des Investors planen léonwohlhage (Berlin) am südlichen Ende der neu entstehenden Europa City – einem, wenn nicht dem wichtigsten Entwicklungsgebiet Berlins – einen sechsgeschossigen Riegel mit 120 „eleganten“ Eigentumswohnungen. 2013 haben die Architekten mit ihrem Entwurf den dafür von der Groth Gruppe ausgelobten Wettbewerb gewonnen. Gestern wurde Richtfest gefeiert.

„Ein echter Vorreiter moderner Wohnkultur“, meint Klaus Groth, Geschäftsführer der Groth Gruppe über das Projekt. Mit der im Titel angedachten Verquickung von „Art“ und „Living“ wird eine Werbebotschaft manifest: Hier ist nicht nur Kunst (wie im benachbarten Hamburger Bahnhof) avantgardistisch, sondern auch das Wohnen. Léonwohlhage mussten das konzeptuelle Vakuum dieser Marketingrhetorik mit einem Gebäude füllen, das als Scharnier zwischen den vorhandenen kulturellen Nutzungen (Hamburger Bahnhof) und den zukünftigen Wohnnutzungen (Europa City) funktionieren kann.

Es bietet im Erdgeschoss Flächen für Galerien und in den darüber liegenden sechs Obergeschossen Flächen für Eigentumswohnungen. Gestalterische Vorbilder sucht man eher in den Großstädten New York, Paris oder Mailand als im Berliner Gründerzeitkiez. „Eine neue, moderne Mitte, auf die Berlin stolz sein kann“, erwartet Regula Lüscher schließlich von dem Areal.

Für die einen ist es ein Gebiet im Werden, für die anderen eins im Sterben. Lüscher und der ehemalige Tape-Besitzer Jonathan Margulies, der mit seinem mittlerweile abgerissenen Club die beworbene „avantgardistische Kunst-und Kulturszene“ maßgeblich zu verantworten hat, haben da sicher unterschiedliche Ansichten. Es wird sich zeigen, wer hier das richtige Gespür hat. Die Zwischennutzer an der Heidestraße sind ausgezogen, nun wird die von Léon Wohlhage Wernik als Adressat genannte „Großstadtklientel“ die Europa City beleben müssen. (df)


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