Skulpturaler Entzug
Kreissparkasse Göppingen von Auer Weber umgebaut
Die Hauptstelle der Kreissparkasse im schwäbischen Göppingen wurde bisher von einem Hochhaus mit einer brutalistischen Sichtbeton-Rasterfassade des Architekten Paul Stohrer aus dem Jahr 1974 geprägt. Das rote Sparkassen-Logo wurde dabei in einem hervorkragenden Betonkasten auf dem Dach geradezu wie in einem riesigen, abgeschrägten Röhrenfernseher präsentiert.
Das Hochhaus existiert noch, aber es hat nun einen völlig anderen Ausdruck. Die Architekten des Umbaus, Auer Weber (Stuttgart), formulieren das so: „Das Hochhaus wird in seiner skulpturalen Ausprägung zurückgenommen und bildet mit seiner neuen doppelschaligen Glasfassade einen spannungsvollen Kontrast“ – zum Sockelbau. Ein Sparkassenlogo in luftiger Höhe gibt es auch (wieder), aber auch dieses ist wesentlich zurückhaltender.
Die Architekten haben den bestehenden Sockelbau „in seiner Trauflinie aufgenommen und als durchgängiges horizontales Element fortgeführt“. Eine vertikal gegliederte Fassade fasst hier Bestand und Erweiterung zu einem Ensemble zusammen. Dabei wechseln flächenbündige Partien sich ab mit einem senkrechten Stabwerk aus hellem Naturstein.
Das Gebäude nimmt einen ganzen Baublock zwischen der historischen Altstadt und dem Bahnhofsvorplatz ein. Eine Passage entlang der bevölkerten Marktstraße führt das Publikum in die zentrale Kundenhalle. Offen gestaltete Bürobereiche werden durch kommunikative Zonen ergänzt und sollen mit vielfältigen Außenbezügen eine hohe Arbeitsplatzqualität bieten. Zum ruhigen Innenhof orientieren sich der Konferenz- und Veranstaltungsbereich wie auch das Mitarbeiterrestaurant. Die neue Hauptstelle der Kreissparkasse wurde heute eröffnet. (-tze)
Fotos: Auer Weber/Roland Halbe
Skulptur in Sichtbeton – so sah das Hochhaus von Paul Stohrer aus dem Jahr 1974 vorher aus: www.you-are-here.com
aber im ernst - hätte man von auer+weber etwas wirklich innovatives erwartet? und von der sparkasse?
schade trotzdem. das da auf den bildern ist eine vielleicht nicht langweilige, aber glatte und austauschbare kiste.
Wenn man das Gebäude vor der Sanierung betrachtet und dann danach, stellt sich einem schon die Frage nach der Entwurfsmethodik mancher Büros.
Meiner Meinung nach, war das Gebäude durchaus ein schönes Beispiel für brutalistische Architektur der 70er Jahre in Deutschland.
Somit also durchaus erhaltenswert.
In einer sensiblen Auseinandersetzung mit dem Bestand, mit dem Ziel einer Fassadensanierung und Ergänzung im Sinne des Bestandes, hätte man sicher ein schöneres und nachvollziehbareres Ergebnis erzielt als dieses Stück Allerweltsarchitektur. Die Argumente der Architekten kann ich nicht nachvollziehen. "...bildet einen spannungsvollen Kontrast." Man hätte es auch so ausdrücken können. Es passt eben nicht zusammen. So wie das Ganze jetzt daher kommt, hätte man es genau so gut neu bauen können. Nur vielleicht besser.