Süßens Geldgeschäfte
Kompetenzzentrum bei Stuttgart
Möglicherweise ist es eine etwas prosaische Aufgabe, ein Gebäude für die Kreissparkasse in Süßen, einer knapp 10.000-Einwohner-Stadt in der Region Stuttgart, zu errichten. Das Architekturbüro dauner rommel schalk mit Sitz in Stuttgart und Göppingen wird dem Anspruch mit lockerer Zurückhaltung gerecht: mit klarer und ruhiger Positionierung in der Umgebung, unaufgeregtem und doch auch nicht langweiligem Erscheinungsbild sowie einer präzisen Innenraumstruktur.
Die unterschiedlichen Gebäudehöhen richten sich je nach dem Bestand aus. Während die vier Geschosse zur Straße hin eine urbane Atmosphäre erzeugen, reduzieren die Architekten zur niedrigen rückwärtigen Bebauung die Höhe auf zwei Ebenen. So klar die Gebäudeform, so strukturiert zeigt sich auch das Fassadenbild. Schlanke bandartige Fenster in vertikaler Aufteilung werden durch geschlossene Einschnitte mit Perforation abgelöst. Hinter diesen verbirgt sich zum großen Teil der Treppentrakt, so dass hier besondere Lichtverhältnisse entstehen.
Das Material für die Fassaden – Naturstein Muschelkalk – ist hier klassisch gewählt und steht den großstädtischen Bauten ähnlicher Typologie in nichts nach. Im Inneren ist alles noch ein Stück leichter. Die Architekten meiden schwere, dunkle Materialien und Farben. Weiße Wände und Möbel, schlanke Geländer und viel Glas – als ginge es hier um alles andere als ums Geld. (pg)
Fotos: Brigida González
für den städtebau kann es wenig. ich halte es für legitim und wichtig, auch in einer kleinstädtischen umgebung nicht immer nur mit satteldach und putzfassade daherzukommen. außerdem steht das haus an einer städtebaulich markanten stelle, am fluss, am brückenkopf, am übergang zwischen alt- und neustadt. da darf man so etwas schonmal.
und ob man sparkassen jetzt spießig findet oder nicht, tut bezüglich der architektur eigentlich auch nichts zur sache. also - nicht meckern, sondern freuen über ein gut gestaltetes haus da draußen in einer ganz normalen kleinstadt!
Daß es den Weltspartag noch gibt bezweifle ich, aber diese Sparkasse zeigt, der alte Geist des Fortschritts lebt noch, zumindest in BW.
Die ewige Diskussion wie sich ein Haus in seinem Kontext zu fügen hat oder eben auch nicht, wird auf Bild 7&8 deutlich. Ein recht markanter Auftritt für eine Kreissparkasse. Darf Geld hier eine extra Etage bauen? Vielleicht spendiert der Vorstand dann ne neue Fußgängerzone?
Naja. Für einen anderen Ort sicherlich eine sehr schöne Sparkassenarchitektur!