Sport und Freizeit
Kombibad in Köln-Ossendorf eingeweiht
Eine der ersten Regeln, die ein Journalist beigebracht bekommt, lautet: „No jokes with names“. Wenn wir dennoch ausnahmsweise davon abweichen, dann nur, weil es hier zu so einem charmanten Antagonismus von Nachnamen und Ortsnamen gekommen ist: Birgit Wessendorf entwarf das Kombibad in Köln-Ossendorf.
Der Neubau des „sportgerechten Freizeitbads“ wurde am 15. November 2009 nach zweijähriger Bauzeit eröffnet. Der Wettbewerbsentwurf der Berliner Architektin Birgit Wessendorf wurde gemeinsam mit dem Büro des Kölner Architekten Ulrich Böttger umgesetzt. Über 1.000 Quadratmeter Wasserfläche im Innen- und Außenbereich stehen Familien, Sportlern, Schulen und Vereinen zur Verfügung.
Ein Z-förmiges Gebäudeteil mit Umkleiden, Sauna und Fitness im Norden bildet den Rücken für die nach Süden in Richtung des angrenzenden Parks geöffnete Halle. Sichtbeton im Inneren und dunkle Faserzementplatten an der Außenfassade bilden den Hintergrund für die Farb- und Wasserflächen.
Das Obergeschoss wird von unterschiedlichen Rottönen dominiert, in der Halle schafft das Gelb und Grün der Fliesen den Übergang zum Außenbereich. Ein- und Ausblicke in unterschiedlichen Transparenzstufen verbinden die einzelnen Funktionsbereiche wieder zu einem Ganzen.
Die Kölnbäder GmbH investierte 17,5 Millionen Euro in das neue Kombibad.
Jahre- Schwimmbads, bei geringem Budget.
2. Blick und 2. Gedanke: Neubau???
Bäderbau heute???
Die weiteren Blicke konnten nur registrieren,
dass es doch Welten - ja Universen - unter bzw. zwischen Architekten gibt.
Ist dieses Objekt wirklich gewollt und gebaut worden? Oder vielleicht: Phantom als Test für
Kommentare?
Ergebnis eines Wettbewerbs?
Verschlafe ich evtl. einen neu sich
abzeichnenden Architekturtrend?
Um Aufklärung wird gebeten!
in Bezug auf den Namen haben Sie völlig Recht, allerdings kommt es auch vor, dass Architektinnen heiraten.
Wie Ihnen bekannt ist, wurde der Wettbewerb zum ersten Mal vor 10 Jahren ausgelobt und kurzfristig wieder gestoppt, um die Vorgaben zu modifizieren. Die gesetzten Teilnehmer wurden dann 2005 erneut eingeladen. Der 4. Preis (siehe Wettbewerbe aktuell 1/2006) ging an das Büro von Judith Haas / Birgit Mehlhorn (jetzt Wessendorf).
Wobei die 4. Preisträgerin nicht einmal die Trägerin des charmanten antagonistischen Namens war.
Frau Wessendorf taucht mit dem Bad in Ossendorf nicht in der Liste der zum damaligen Wettbewerb geladenen oder gar durch das Preisgericht gewürdigten Architekturbüros auf, sondern muß im allgemeinen Kölner Geklüngel dazugeraten sein.
Leider ist der Stadt Köln hiermit die Chance entgangen, einen der beiden wirklich gut gelungenen 1. Preise jeweils für ein aus meiner Sicht erheblich kleineres Budget zu realisieren.
Zwei erste Preise, keiner davon gebaut. Einer nicht mal zur Überarbeitung aufgefordert, aus der dann die 4. ! Preisträgerin als Siegerin hervorging.
Auch das Budget, das im Wettbewerb vorgegeben war wurde nach dieser Zahl wohl verdoppelt.