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25.03.2022

Besucherzentrum im Fürst-Pückler-Park

Knoppekgrahl planen in Bad Muskau


1815 begann Hermann von Pückler-Muskau, im Oberlausitzer Muskau einen Landschaftspark zu gestalten. Eine entscheidende Rolle in der Planung, die sich an englische Gartenarchitektur anlehnte, spielte seine Ehefrau Lucie von Hardenberg, die neben Ideen auch die finanzielle Unterstützung für den Landschaftspark lieferte. Als jedoch der gemeinsame Enthusiasmus für den Park die finanziellen Mittel erschöpfte, folgte 1826 die Scheidung und der Versuch des Fürsten, in England erneut reich zu heiraten. Aus England kehrte Pückler 1829 zwar ohne Gattin, allerdings mit zahlreichen Anekdoten zurück, die als Briefe an seine Lebensgefährtin – das Paar blieb auch nach der formalen Trennung vereint – zu einem Bestseller auf dem Buchmarkt wurden. Letztlich folgte 1845 der Verkauf der Standesherrschaft Muskau. Mit dem Gewinn widmeten sich Fürst Pückler und Lucie von Hardenberg der Planung eines neuen Parks in Branitz bei Cottbus.
 
Eine Besonderheit des inzwischen zum UNESCO-Welterbe zählenden Parks in Muskau, der sich über die deutsch-polnische Grenze hinweg erstreckt, ist seine Lage am sogenannten Muskauer Faltenbogen. Auch der gehört als Geopark zum UNESCO-Bestand. Um die Verbindung der beiden UNESCO-Stätten zu stärken, lobte das Sächsisches Staatsministerium der Finanzen einen zweiphasigen offenen Wettbewerb aus. Dessen Ziel ist es, das seit dem 17. Jahrhundert immer wieder umgebaute Kavaliershaus im Pückler-Park baulich und funktional durch ein Besucher- und Bildungszentrum zu ergänzen. Im Rahmen der Jurysitzung, die im September 2021 unter Vorsitz von Arno Lederer stattfand, wurden drei 2. Preise sowie eine Anerkennung vergeben. In einem anschließenden Verhandlungsverfahren konnte sich das erst 2021 gegründete Architekturbüro knoppekgrahl aus Berlin durchsetzen. Gemeinsam mit den ebenfalls in Berlin ansässigen Landschaftsarchitekten hutterreimann wurden sie 2022 mit dem Projekt beauftragt. Die Betreuung des Verfahrens nach RPW 2013 erfolgte durch das Dresdener Büro Schubert Horst Architekten.

Das Kavalierhaus gehört zu einem im Park gelegenen Gebäudekomplex und liegt nördlich des Neuen Schlosses, das Fürst Pückler einst von Karl Friedrich Schinkel umbauen lassen wollte. Im Norden an das Kavaliershaus angrenzend, befindet sich auch das Grundstück für den Erweiterungsbau, das Besucher- und Bildungszentrum UNESCO Geopark Muskauer Faltenbogen. Der Entwurf von knoppekgrahl sieht vor, in einem zweigeschossigen Bau die geforderten 3.500 Quadratmeter Ausstellungsflächen unterzubringen. Die Ausstellung thematisiert die Entwicklung des Faltenbogens und die Entstehung von Kohle im Tertiär. Ebenfalls soll der Abbau von Braunkohle in der Region beleuchtet werden. Im Kavaliershaus selbst werden Museumsshop und Café einen Platz finden. Insgesamt sollen in das Projekt 34 Millionen an Bundes- und Landesmitteln fließen.

Während Kavaliershaus und Neubau im Untergeschoss miteinander verbunden werden, trennt sie oberirdisch ein über die gesamte Länge des Neubaus gestreckter Hof. Die Jury lobte die „subtile funktionale Verschränkung mit dem Altbau bei gleichzeitiger Wahrung eines respektvollen Abstands“. Um die unterschiedlichen Funktionen des Entwurfs auszuarbeiten, schlägt das Architekturbüro die Verwendung von drei unterschiedlichen Ziegelarten vor. Für den Ausstellungsbau ist eine Konstruktion aus Hochlochziegeln geplant, die mit Vormauerziegeln verkleidet werden. Entlang der Fassade entstehen in der Ziegelstruktur dabei Vor- und Rücksprünge die den Bau strukturieren und Einblicke in den verbindenden Hof schaffen. Zum Innenhof kommen Lehmziegel zur Verwendung, und seine Außengestaltung soll die Vegetation des Tertiär nachempfinden. (sla)


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