Wellen hinter den Dünen
Klinikbau bei Danzig von FAAB
Sopot liegt westlich von Danzig auf halbem Weg nach Gdynia, wobei diese Kommunen seit einigen Jahren nicht mehr nur umgangssprachlich, sondern auch offiziell als Dreistadt firmieren. Die Gemeinde gilt als das traditionsreichste und bis heute mondänste Seebad des Landes. Darüber hinaus hat Sopot als Kurort eine lange Geschichte, mit entsprechend vielen medizinischen Angeboten. FAAB Architektura mit Sitz in Warschau konnten dort kürzlich zwei neue Gebäude eines größeren Klinikkomplexes fertigstellen. Nur ein paar hundert Meter von der Ostsee entfernt gelegen, sei die Architektur vom Wellengang des Meeres inspiriert.
Die beiden Gebäude sind Teil eines Resorts, das insbesondere auf Reproduktions- und Schönheitsmedizin spezialisiert ist. Es gehört einem privaten Unternehmen mit Kliniken im ganzen Land. Zum Hintergrund des Projekts gehört auch, dass Polen längst eine wichtige Destination des europäischen Medizintourismuses ist. Die Neubauten bietet auf rund 5.000 Quadratmetern vorwiegend Vor- und Nachsorgeangebote. Auch 44 Patientenzimmer stehen für längere Aufenthalte zur Verfügung. Diese lassen allerdings eher an Hotelzimmer denken, womit auch die Marktpositionierung des Resorts erkennbar wird.
Mit den nun fertiggestellten Häusern ist der Bau der Anlage größtenteils abgeschlossen. Entstanden ist der Campus auf einem früher industriell genutzten Grundstück südöstlich des Stadtzentrums. Zu sehen sind weiße Volumen, die mittels eines facettierten Überwurfs aus metallenen Paneelen wellenartig in Bewegung gebracht zu sein scheinen. Die Paneele lassen sich teilweise öffnen. Neben den Behandlungszimmern und Patientenbereichen gibt es auch ein öffentliches Restaurant. Zwischen den Gebäuden erstreckt sich ein Garten, der von iGreen mit Sitz ebenfalls in Warschau gestaltet wurde.
Umgesetzt wurde eine konventionelle Bauweise in Stahlbeton, die im Inneren durch zahlreiche Holzelemente und -einbauten komplementiert wird. Im Erdgeschoss kommen Terrazzoplatten und in den oberen Stockwerken Teppich und Parkett zum Einsatz. Jedes Patientenzimmer und viele der Behandlungsräume haben einen Balkon oder kleinen Außenbereich. Ein medizinisches Schwimmbad und mehrere Gymnastikräume vervollständigen das Programm. (sb)
- Fertigstellung:
- 2026
- Architektur:
- FAAB
- Landschaftsarchitektur:
- iGreen
- Tragwerksplanung:
- Statikus
- Sanität- und Elektroplanung:
- Profen
- Auftraggeber:
- Grupa Invicta
- Fläche:
- 4.744 m² Bruttogrundfläche





insofern: betrachten sie weiter. wenn sie es lustig finden ist es gut.
billiger lustig ist aber, sich eine tröte zu kaufen und reinzupusten. und geht schneller als ein planungs- und bauprozess mit am ende fragwürdiger gestalt und nutzwert einiger der bestandteile
1. Wo in der Literatur sind sonst Balkone bei Krankenhäusern zu sehen? Und ich meine jetzt keine Fluchtbalkone und kein Lungensanatorium...
2. Wo in der Literatur lassen sich Kriterien für "nennenswerte Aufenthaltsqualität" finden, speziell von Balkonen? Und dann: Warum wäre diese Aufenthaltsqualität hier nicht gegeben?
3. Der Architektensprech vom "menschlichen Maßstab" ist mir immer fremd geblieben. Mensch ist auch fähig zu KZs, das Adjektiv "menschlich" ist ambivalent. Aber der sog. "menschliche Maßstab" ist halt eine Alliteration, die bleibt haften wie das "Band des Bundes". Außerdem klingt es zu gut, und wer würde ernsthaft für das Gegenteil votieren, den "unmenschlichen Maßstab"?
4. Die gesamte Fassade meidet klassische Fassadenoptik, ist insofern stark angewiesen auf Elemente wie die wellenförmigen Balkone. Wo genau liegt denn das Problem bei einer "lustigen Fassade"?
5. Um den Blick etwas zu weiten: Ist das schnelle Urteil hier nicht etwas ungnädig, vielleicht sogar illiberal?
6. Man mag beim Thema Illiberalität darüber streiten, ob die gezeigte Fassade nicht etwas missen lässt, nämlich den per se ungehinderten Bick nach draußen. Aber mal und hier kann und darf so etwas doch auch probiert werden? Es scheint sich im langen Verfahren, welches ein Bauprojekt ist, ja niemand mit seinem Widerspruch durchgesetzt zu haben. Das ist jetzt noch keine Garantie für den Erfolg, aber doch ein Indiz dafür, dass die meisten Beteiligten diesen Ansatz mitgetragen haben.
… denn: Reproduktions- und Schönheitsmedizin für Medizintorismus …
Aber vielleicht hilft's ja, und so mancher potentielle Patient schreckt angesichts solch schöner neuer Welt vor seinem Ansinnen zurück …