Zwischen Streuobstwiese und Wald der Zukunft
Klimagarten in Schwerte von Förder Landschaftsarchitekten
Im kommenden Jahr findet die Internationale Gartenausstellung (IGA) Metropole Ruhr 2027 statt. Auf kommunaler Ebene versammelt sie unter dem Titel „Unsere Gärten“ Projekte aus dem gesamten Ruhrgebiet. Eines davon ist der Klimagarten in Schwerte. Realisiert nach einem Entwurf von Förder Landschaftsarchitekten (Köln), wurde er bereits mit dem nrw.landschaftsarchitektur.preis 2026 ausgezeichnet. Teil des Gartens ist auch der sogenannte Klimapavillon von New Architekten und Jutta Albus Architektur, den wir im vergangenen Dezember vorgestellt haben.
Der Garten soll niedrigschwellig und konkret erfahrbar Wissen zu Klimaschutz, Klimaanpassung und Biodiversität vermitteln. Auch Schwerter Bürger*innen brachten im Rahmen eines Beteiligungsprozesses Ideen ein, so die Landschaftsarchitekt*innen. Resultat ist eine in vier Teilräume gegliederte Landschaft: Sie umfasst eine Streuobstwiese, eine ehemals landwirtschaftlich genutzte Fläche, einen „Wald der Zukunft“, in dem für Neugeborene Bäume gepflanzt werden, und die geschützte Ruhrtalaue.
Dauerhafte Elemente wie Wege, Eingänge, kleine Bauten und Aufenthaltsflächen bilden – einer klassischen Parkanlage ähnlich – das Grundgerüst des Gartens. Ergänzt wird es durch interaktive Stationen, Themengärten, temporäre Strukturen und freie Flächen, die von Vereinen und Initiativen wechselnd bespielt werden. So vermittelt beispielsweise der Imkerverein Schwerte entlang des Hauptwegs die Bedeutung von Bienen für das Ökosystem. Durch die Streuobstwiese führt ein als Steg angelegter Klimalehrpfad. In der Ruhrtalaue erfolgten nur geringfügige Eingriffe wie ergänzende Baumpflanzungen, Fahrradbügel und ein neuer Wegebelag.
Im Zentrum des rund vier Hektar umfassenden Gartenprojekts steht der eingangs erwähnte Pavillon aus Holz und Glas mit „grünem Klassenzimmer“ und „Hitzesofa“. Letzteres soll den Einfluss von Sonneneinstrahlung und Oberflächenfarbe auf die Wärmeentwicklung erfahrbar machen. Der Bereich um den Pavillon bildet als „Lebendige Mitte“ einen zentralen Treffpunkt und Ort für Bildungsformate und Veranstaltungen.
Wie die Architekt*innen mitteilen, ist das Material-, Ausstattungs- und Vegetationskonzept auf geringen CO₂-Ausstoß, Langlebigkeit, Kreislaufwirtschaft und die Reduktion von Wärmebelastung ausgerichtet. Hinzu kommen ein geschlossener Wasserkreislauf mit dezentraler Versickerung, klimaresiliente Baumarten und artenreiche Blühwiesen.
- Fertigstellung:
- 2025
- Landschaftsarchitektur:
- Förder Landschaftsarchitekten
- Partizipationsverfahren und Nutzungskonzept:
- die Urbanisten e.V.
- Klimapavillon:
- NEW Architekten / Jutta Albus Architektur
- Corporate Design und Leitsystem:
- Florida Brand Design
- Künstlerische Beratung:
- Observatorium Rotterdam
- Bauherrschaft:
- Stadt Schwerte
- Fläche:
- 40.000 m²
- Auszeichnungen:
- nrw.landschaftsarchitektur.preis 2026