Verschwommene Optik
Kleihues-Hotel in Berlin fertig
Gäste des neueröffneten Berliner „H10“-Hotels werden sich beim ersten Besuch vermutlich erst einmal die Augen reiben – doch das wird nichts ändern an der verschwommenen Optik des kürzlich von Kleihues & Kleihues fertig gestellten Vier-Sterne-Hauses unweit des Berliner Kurfürstendamms. Wie ein pixelig geratenes Rendering lugt der Erweiterungsbau hinter dem klar gegliederten gründerzeitlichen Klinkerbau der ehemaligen Charlottenburger Doppelschule an der Joachimsthaler Straße hervor.
Die unscharfe Ziegelfassade des Neubaus, die bei näherem Hinschauen an den Backsteinexpressionismus der 20er Jahre erinnert, orientiere sich an den Vor- und Rücksprüngen des ehemaligen Schulbaus, übernehme jedoch nicht dessen historischen Kanon, so die Berliner Architekten. „Die Elemente des Altbaus wurden durch die versetzte Klinkerstruktur in moderner Weise auf den Neubau übertragen, wodurch eine eigene Ornamentik entstand. Die neue Fassadenstruktur wurde bewusst nicht klar definiert, sondern sollte vielmehr einen abstrakten, aber neutralen Hintergrund für den davorstehenden Altbau bilden, ohne in Konkurrenz mit diesem zu treten“, heißt es weiter aus dem Büro.
Eine Eingangshalle verbindet den denkmalgeschützten Bestandsbau mit dem Neubau. Der Gesamtkomplex beherbergt nun nun „163 Deluxe-Zimmer, sieben Junior-Suiten, 18 Superior Lofts und vier Duplex-Lofts“ sowie Konferenzräume und ein Beauty Center, verkündet der Betreiber, eine spanische Hotelkette.
Stimmt, JPK konnte vieles , was der junge K nicht kann, aber als Modernisten sollten Sie ihn wahrlich nicht bezeichnen, das würde den vielen Facetten seiner Arbeit nicht gerecht. Und Sie würden wieder in die Baugeschichtsvorlesungen geschickt ;- ) So reduziert ausgedrückt sind (oder waren) wir alle mal im Ursprung Modernisten.. Das, was Sie wahrscheinlich als Banalität bezeichnen, war allerdings zu JPKs Lebzeiten längst eingetreten und ist nicht JK vollständig anzulasten. Banalität kann ich in Bezug auf dieses Projekt allerdings nicht in dem Maße erkennen, wie Sie.
übrigens: der alte kleihues konnte vieles, was der junge nicht kann. das büro steuert auf eine banalität zu, die erschreckend ist. kleihues sr. war immer ein modernist gewesen, der jr. nur ein populist.
Wie wärs mit einem Gespräch über das darüberhinaus Wesentliche, nämlich die städtebauliche Situation und die Reaktion auf das Bestandsgebäude ? Das Verhältnis von Alt und Neu ? M.E. eine gelungene "Hinterbauung" eines historischen Gebäudes mit bescheidenen Mitteln. Die Wahl des schlichten Klinkers und der sparsame Umgang mit "Übernahme und Interpretation" der Details des Bestandsgebäudes finde ich sehr gelungen. Für meinen Geschmack schon etwas zu sparsam: Zusätzlich zur Sockelausbildung hätte ich mir auch im Attikabereich eine angedeutete Kante gewünscht. Eine im Vergleich zum Bestand viel zu grosse Baumasse wird durch Bescheidenheit und Zurückhaltung groszstädtisch eingefügt anstatt den Bestand mit einer überzogenen Geste oder "innovativer" Materialwahl zusätzlich zu dominieren. Bravo !
Meiner Meinung nach, ist gute Architektur nicht die grosse Geste, sondern die inteligente Uebereinkunft aus Funktion und Design. Extrem wichtig in der Planung eines Hotels ist der Innenarchitekt und Lichtplaner. Diese beiden Disziplinen koennen den Unterschied machen. Googlen Sie doch einfach mal 'Hotel Corridor' als Images- da kann noch alles Moeglich daraus werden. Ich kann wirklich nicht verstehen, wie man Kritik an einem Hotel auf ein 1/500 plan eines Korridors fest machen kann. -Der Plan sagt ueberhaupt nichts ueber das letztliche Erscheinungsbild, geschweige denn ueber das gesamte Projekt, aus. Im uebrigen teile ich Ihre Meinung, dass man nicht alle Vorgaben als gottgegeben hinnehmen muss. Allerdings muss es die Sache wert sein.
Bitte in Zukunft daran denken und nicht immer gleich losnörgeln.