Farbschwelle
Kita von (se)arch architekten bei Stuttgart
In Sindelfingen bei Stuttgart entsteht ein neues Wohngebiet. Mit einem Gebäudekomplex, der einen Kindergarten, ein Stadtteilzentrum und ein Wohngebäude integriert, schaffen (se)arch architekten (Stuttgart) das Zentrum dieses neuen Quartiers „Allmendäcker“.
Die Architekten konzipieren zwei Riegel an den Stirnseiten des Grundstückes, welche die städtebauliche Logik der Zeilenbauten in der Umgebung aufgreifen. Der nördliche, flachere Baukörper beherbergt den Kindergarten und die Gemeinschaftsräume, der südliche, viergeschossige Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen mit Balkonen.
Die zwei Baukörper und die eingeschossigen Verbindungsbauten dazwischen definieren zwei Innenhöfe im Inneren des Komplexes. Über den ersten Hof sind alle Bereiche des Gebäudes erschließbar. Der zweite dient als Spielfläche für die größeren Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren. Auf dem Dach ist neben zwei Gemeinschaftsgärten für den Wohnungsbau und den Kindergarten noch ein zusätzlicher Spielbereich für Kinder im Krippenalter angedacht.
Der kürzlich eingeweihte Györer Platz ist der „Ort der Begegnung“ im neuen Wohnquartier Allmendäcker, so der Oberbürgermeister von Sindelfingen Dr. Bernd Vöhringer. Er wird zukünftig für verschiedene Aktivitäten wie Feste und Märkte genutzt und auch die Kindertagestätte kann ihn als Spielfläche mitnutzen. Der multifunktionale Gemeinschaftsaal im Erdgeschoss des flacheren Riegels ist vom Györer Platz erschließbar.
Farbe markiert den öffentlichen Bereich des Gebäudekomplexes. Im Erdgeschoss ist die Fassade mit verschiedenfarbigen Lamellen und in den oberen Geschossen mit Klinker verkleidet. Einige orthogonal zur Fassade ausgerichtete Lamellen definieren eine visuelle Grenze für die Kinder und schaffen gleichzeitig einen Zugang zu den Höfen vom Straßenraum her. Sie befriedigen so gleichzeitig das Bedürfnis nach Schutz und den Wunsch einer porösen Schwelle zum Györer Platz. (df)
Fotos: Zooey Braun
Im Kindergarten sind Nutzer Kinder und Erzieher, auch Eltern. Die Entscheidung über die Architektur wird in der Regel nicht basisdemokratisch, sondern von den oberen Vertretern der Träger getroffen. Ich bin immer noch überzeugt, dass das Leben durch schöne Architektur schöner werden kann - und was spricht dagegen, es den Kindern schön zu machen? Dazu gehören anregende Räume, die die Möglichkeit bieten, sie zu erkunden, zu erobern und sich anzueignen. Wie wär's mit der St.-Sebastian-Kita von Bolles+Wilson?
Abhilfe schafft die Neue Welt-Schule von Adolf Krischanitz in Wien.
warum sollen die Kinder in einer Kita Nestwärme erfahren, wenn sie sie im Zeitalter von Wii und i-pad auch zu Hause nicht erfahren? Kinder schaffen sich selbst ihre Räume. Außerdem befindet sich der größte Teil der KITA im hinteren zweigeschossigen Bereich des Gebäudeensemble. Wer hat schon sonst den Luxus, seine Kinder von der Wohnung über den Hof zur KITA zu schicken? Kinder benötigen keinen Hundertwasser um Groß zu werden!