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16.12.2022

Spielen zwischen Klostermauern

Kita und Familienzentrum von Bez + Kock Architekten in Miltenberg


Die am Main gelegene unterfränkische Kleinstadt Miltenberg beherbergte über 300 Jahre lang einen Franziskanerkonvent – bis zu seiner Auflösung in den 1980er Jahren. Der ehemalige, in der Barockzeit entstandene Klostergarten ist heute Teil des historischen Stadtzentrums. Auf dem von einer Mauer aus rotem Mainsandstein umschlossenen Areal schrieb die Gemeinde 2018 einen Wettbewerb für eine Kindertagesstätte mit Familienzentrum aus, den Bez + Kock Architekten gewannen. Das Stuttgarter Büro hatte vor Ort bereits 2019 ein Archiv und Jugendzentrum realisieren können.

Der Neubau entstand – eingepasst zwischen die zuvor sanierten historischen Klostermauern – zwischen 2020 und 2022 als eingeschossiger Holzpavillon mit Baukosten in Höhe von circa 7,8 Millionen Euro. Mit seinen rhythmisierten Fassaden erinnert er an den Schulbau des Büros in Rinteln. Der lang gestreckte Baukörper mit einer Bruttogeschossfläche von 2.133 Quadratmetern und leichter Höhenstaffelung unterteilt das sanft abfallende Grundstück in einen größeren, öffentlich zugänglichen Freiraum mit auf das 17. Jahrhundert zurückgehenden Anlagen und einen geschützten Außenspielbereich auf der Rückseite der Kita. Beiden Längsseiten ist jeweils eine durchgängige Holz-Pergola vorgesetzt, um zusätzliche, wettergeschützte Spiel- und Aufenthaltsorte zu schaffen.

Die separaten Eingangsbereiche zu Kita und Familienzentrum liegen auf der Parkseite. Das Zentrum mit Elterncafé, Büros und Räumen für Beratung und Seelsorge ist um einen grünen Innenhof angeordnet. Beide Nutzungen teilen sich einen großen Mehrzweckraum zwischen den Foyers.

Das Gebäude steht auf einer Bodenplatte aus Ortbeton und ist in Holzbauweise mit sichtbar belassenen Oberflächen konstruiert. Die Fassadenverkleidung ist aus vertikal angeordneten Weißtannen-Latten gefertigt. Das ortstypische rote Sandsteinmauerwerk der historischen Klostermauern liegt auch im Inneren des Gebäudes frei und lässt die durch großformatige Oberlichter mit viel Tageslicht versorgten Räume haptisch und atmosphärisch wirken. In allen Gruppenräumen sind großzügige Raum- und Kletterelemente mit unterschiedlichen Aufenthaltsebenen integriert, deren obere Bereiche sich als Ausguck und Rückzugsorte über die begrünten Dachflächen erheben. (uav)

Fotos: Stephan Baumann


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Zu den Baunetz Architekt*innen:

Bez + Kock Architekten


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