Fenster zum Himmel
Kirchenneubau von Königs Architekten in Friesland
Andernorts werden Kirchengebäude abgerissen, in Schillig in Friesland entsteht ein neues, bei dem gerade die expressive Dachhaut geschlossen werden konnte. Der Entwurf der „Kirche am Meer“ stammt von Königs Architekten (Köln), die 2009 den Wettbewerb zu dem Projekt gewinnen konnten.
Für das katholische Gotteshaus, dass an der Stelle eines abgerissenen Vorgängerbaus von 1967 entsteht, haben die Architekten eine rundliche, wellenartige Kubatur gewählt. Auf einem kreuzförmigen Grundriss steigt der „Wellenkamm“, in dem sich der Glockenturm befindet, bis auf eine Höhe von 22 Meter empor.
Die Architekten: „Die Raum-Körperbildung der Kirche am Meer bewegt sich bewusst innerhalb einer klassischen Kirchenbautypologie, gleichzeitig lässt die geschwungene Wand- und Dachausbildung auch eine metaphorische Interpretation von Wellen, Dünen und Meer zu.“
Während die weitgehend geschlossenen Fassaden komplett aus in Holzkohle gebrannten, dunklen Klinkersteinen bestehen, fällt das Licht in den Innenraum durch ein Fenster zum Himmel, ein Dach aus blauen und grünen Glasplatten. Durch die Geometrie des Baukörpers wird das einfallende Licht auf dem inneren Wandverlauf wellenartig moduliert und verändert im Tages- und Jahresverlauf ständig seine Erscheinungsform.
Kirchbau und Architektur hat hier in Meschede einen Namen: Schilling, auch aus Köln
Mit "Schiffchen" oder "Arche" kommt bei mir dann die Frage auf, vor welcher Sintflut uns die Architekten retten wollen? :)
Weniger gefällt mir das seitliche, an einigen Stellen bündige "verschleifen" der Form mit dem Sockelbaukörper. Im Grundriss wirkt die Form des Innenraumes am angenehmsten, nicht so eng und hautnah am Altar wie in der Innenraumperspektive. Das Nachtbild ist wirklich billig-gruselig ! Es muss ja nicht immer ein perfektes Rendering sein, warum nicht mal eine analoge Technik ? Insgesamt scheinen mir hier sämtliche 3D-Darstellungen -im Hinblick auf den Grundriss- den Entwurf schlechter zu machen.