Leuchtende Kuppel am Ground Zero
Kirche von Santiago Calatrava in New York
Bei den Terroranschlägen am 11. September 2001 wurde auch die griechisch-orthodoxe Kirche St. Nicholas in unmittelbarer Nachbarschaft zum World Trade Center zerstört. Erst 2011 konnte auf dem Gelände ein passendes Grundstück gefunden werden, auf dem nach Plänen des Architekturbüros Santiago Calatrava (Zürich/New York) ein Neubau entstand, der 2022 fertiggestellt wurde. Der Sakralbau ist nach der skulpturalen Haupthalle des U-Bahnhofs das zweite Gebäude von Calatrava auf dem neuen WTC-Areal.
Der Entwurf orientiert sich in seiner Formensprache und Symbolik an der byzantinischen Architektur und Ikonographie, insbesondere an der spätantiken, im 6. Jahrhunderts in Konstantinopel erbauten Hagia Sophia: Ihr Vorbild inspirierte die Kuppel, deren Konstruktion aus 40 Rippen von innen sichtbar ist und auch außen als Struktur erkennbar bleibt. Gefertigt wurde sie – wie der Parthenon auf der Athener Akropolis – aus penthelischem Marmor. Die Kuppelfelder dazwischen bestehen aus dünnen Stein- und Glaslaminatplatten, die von hinten beleuchtet werden und die Kuppel sowohl in den Stadtraum scheinen als auch den Innenraum erstrahlen lassen.
Das Äußere der Kirche besteht aus vier massiven, mit Steinen verkleideten Ecktürmen, die einen quadratischen Grundriss bilden. Vorgelagert befinden sich zwei runde Türme, die den Eingangsbereich mit der Kirchenvorhalle, dem Narthex aufnehmen. Die Fassaden sind mit verschieden breiten, horizontalen Bändern aus weißem und grauem Marmor verkleidet, angelehnt an die Fassadengestaltung der byzantinische Chora-Kirche im heutigen Istanbul.
Im runden Kuppelraum mit axial angeordneten Bögen und Nischen befindet sich gegenüber des Eingangs der Hauptaltar mit der Ikonostase. Die geschmückte Wand gehört ebenso zur traditionellen Grundausstattung orthodoxer Kirchenbauten wie die Abbildungen alttestamentlicher Propheten und das zentrale Motiv des Christus Pantokrator, des Weltenherrschers im Scheitelpunkt der Kuppel. Das Gebäude steht rund acht Meter über dem Straßenniveau auf einem offenen Platz. Tagsüber wirkt es massiv, nachts leuchtet es und wirkt im städtischen Kontext an dieser Stelle auch als Teil der Gedenkstätte am Ground Zero. (uav)
Fotos: Alan Karchmer
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er schreibt ja nicht architekt*innen, insofern stimmt es ja. und er meinte sicher: seine seele und den körper (im sinne hier von lebenszeit) für honorar zu verkaufen . also nicht sexarbeit sondern echte klassische prostitution.
@rabl. Also im Architekturforum Sexarbeit als Schimpfwort zu benutzen geht vielleicht doch etwas weit. In diesem Sinne zitiere ich mal Jesus für Sie: "Die Zöllner und Huren kommen eher ins Reich Gottes als ihr."
calatrava wird mit zunehmendem alter immer skuriler, aber dem besteller wird es in dem gespenstisch sekulären umfeld in den usa sicher gefallen haben, sonst hätte er nicht so tief in die tasche gegriffen. fazit: der architekt als nutte?