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https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Kirche_bei_Porto_von_FCC_Arquitectura_7000109.html

18.09.2019

Transzendenz am Steilhang

Kirche bei Porto von FCC Arquitectura


„Eine Kirche zu entwerfen ist ein idealer Anlass, um nach einer symbolischen, mystischen und expressiven Form zu suchen“, schreibt das portugiesische Büro FCC Arquitectura in seiner Erklärung zu seinem jüngst fertiggestellten Projekt im Städtchen Lagares östlich von Porto. Hier konzipierten die in der Nachbargemeinde Felgueiras sitzenden Architekt*innen das katholische Gotteshaus Igreja de Nossa Senhora de Fátima, bei dessen Gestaltung sie dementsprechend viel Wert auf einen zeichenhaften Charakter legten. 

Der Neubau mit einer Gesamtfläche von knapp 1.615 Quadratmetern thront auf einer am Hang liegenden, getreppten Betonplattform über dem Ort, flankiert von zwei schräg zulaufenden, steilen Straßen. Er besteht aus zwei Baukörpern: dem freistehenden Turm in  roher Betonoptik, in dessen oberen Teil ein großes Kreuz geschnitten ist, sowie einem zweigeschossigen, weißen Kirchenschiff mit einer Sockelzone aus grauen Granitplatten.

Modernistische Rundungen prägen den metaphorisch aufgeladenen Bau sowohl von außen als auch von innen, bei dem FCC Arquitectura drei verschiedene Formen organisch ineinanderfließen ließen: den klassisch-axialen Plan eines Kirchenschiffs mit gekurvter Altarzone, die Kontur eines Wassertropfens, der auf das Ritual der christlichen Taufe verweisen soll und die abstrahierte Figur eines Fisches, die als Symbol des christlichen Glaubens gilt.

Besonders in Szene gesetzt wurde der Eingangsbereich. Zwei in weiten Kurven verlaufende, großflächig durchbrochene Wände kragen fächerartig zur Treppe hin aus der Kubatur aus und leiten die heraufsteigenden Besucher geradewegs in Richtung des Kirchentores – eine Geste, die Aufnahme und Schutz versinnbildlichen soll. Der Verlauf dieser Wände korrespondiert mit der Anordnung dreier essenzieller Elemente im Innenbereich, zwischen denen sie eine Verbindungslinie ziehen: die runde Taufkapelle links neben dem Eingang, der ebenfalls runde Tabernakelraum und der Altar. In Entsprechung zur Sockelgestaltung im Außenbereich wurden im Innenraum umlaufend Marmorplatten angebracht. (da)

Fotos: Fernando Guerra | FG + SG |


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