Arkadien in der Auvergne
Kinoensemble in Riom von Tracks
Mitten in Frankreich, nördlich von Clermont-Ferrand in der Region Auvergne, liegt das Städtchen Riom. Dort wurde in den vergangenen Jahren auf dem Gelände eines ehemaligen Nonnenklosters ein neues Kulturquartier, der Jardin de la Culture, geschaffen. Im Auftrag der Gemeinde und finanziert aus Geldern des Staates und des Departements entstand auf dem parkartigen Areal nahe der historischen Altstadt eine subtile Mischung aus saniertem Bestand und Neubauten, die sich um einen quadratischen Innenhof gruppieren. Während im alten Klostergebäude eine Kunst- und Musikschule ihre Heimstatt findet, entstand neben einer neuen Medienbibliothek auch ein Kino namens Arcadia.
Projektiert wurde das 1.028 Quadratmeter große Filmspielhaus vom Pariser Büro Tracks Architectes, die in ihrem Entwurf den historischen Bestand auf zeitgenössische Weise reinterpretieren. Ihre Inspirationsquellen dabei waren insbesondere zwei charakteristische Elemente der Klosteranlage: die Bogenform, die an Toren und Fenstern auftaucht, sowie lokaler Volvic-Stein als traditionelles Baumaterial. Dieser wurde auch dem anthrazitfarbenen Beton beigemischt, aus dem die Fassade des kleineren, an den Klostergarten angrenzenden Baukörpers besteht. Er nimmt zwei Kinosäle auf, einen mit 143 und einen mit 102 Sitzen.
Unmittelbar mit ihm verbunden ist ein größeres und helleres Volumen, in dem sich neben dem Entree ein weiterer Kinosaal für bis zu 298 Zuschauer und ein Konferenzraum mit 112 Plätzen befinden. Hier deklinierten Tracks das Element des Torbogens in rhythmischer Abfolge durch: Einer zum Innenhof weisenden großen Glasfront, hinter der das langgezogene Foyer liegt, ist ein überdachter Außenbereich vorgelagert, der an einen typisch klösterlichen Kreuzgang erinnert. Der monolithische Betonblock des Kinogebäudes öffnet sich in der Sockelzone in unerwartet grafisch wirkender Weise mit zahlreichen unterschiedlich dimensionierten Arkaden, die äußerst filigrane Säulen ausbilden. Besonders effektvoll und einladend lässt sich dieser Portikus des Nachts inszenieren: Während der Großteil des Gebäudes im Dunkel verschwindet, strahlt der Gang in verführerischem Licht. (da)
Fotos: Guillaume Amat
Es zeigt, dass sich das Gebäude nicht so ernst nimmt und das macht es sympatisch und nahbar.
Wie bei den Menschen eben.
SIE HABEN MEINEN NAMEN GEKLAUT!
aber ich sehe es genauso
Starker beitrag !