Puffer für alle
Kindertagesstätte in Schwäbisch Hall von K9
Der eingeschossige Baukörper der Kindertagesstätte im Schwäbisch Haller Stadtteil Hessental fügt sich zurückhaltend in das locker besiedelte Gefüge seiner Umgebung ein. Das Freiburger Büro K9 Architekten hat das innen wie außen von Holz geprägte Haus entworfen, das Platz für insgesamt 125 Kinder bietet. Für die Planung der Außenanlagen zeichnete frei raum concept aus Rottenburg verantwortlich.
Holz, so weit das Auge reicht – ähnlich wie bei der von Beham Architekten geplanten Kita in Sachsenkam dominiert im gesamten Gebäude der natürliche Werkstoff, und auch bei der Konstruktion entschieden sich die Architekt*innen für einen Holzrahmenbau. Krippe und Kindergarten gliedern den Bau in zwei verschiedene Bereiche, wobei sich die Krippe mit vier Gruppen im Westen befindet und der Kindergarten mit drei Gruppen im Südosten untergebracht ist. Die Gruppenräume orientieren sich um eine Spielzone herum, die wiederum an den Außenbereich anschließt.
Insgesamt verfügt die Einrichtung über außergewöhnlich viel Freifläche, was laut Angaben der Bauherrin, der Stadt Schwäbisch Hall, über die gesetzlichen Vorgaben hinausgeht. Allen Gruppenräumen sind eigene, überdachte Terrassen vorgelagert, die einen geschützten Bereich bilden – eine Art Pufferzone, wo die Kinder auch bei Regen spielen können. Die beiden Bereiche Krippe und Kindergarten werden im Nordosten durch ein Eingangsfoyer miteinander verbunden. Daran schließt ein Mehrzweckraum an, der sich bei Bedarf mit dem Eingangsbereich verbinden lässt.
Drei an Satteldächer angelehnte Ausformungen markieren die gemeinschaftlich genutzten Räume und lockern die Gebäudekubatur des ansonsten flachen Baukörpers auf. Außen wechseln sich hell und dunkel lasierte Holzoberflächen ab, während die Innenräume von hellen Oberflächen bestimmt sind, die hier und da farbige Einbauten besitzen.
K9 haben das Projekt 2017 in einem nicht offenen Wettbewerb gewonnen. 2021 wurde das Kinderhaus Hessenteil von der Architektenkammer Baden-Württemberg mit dem Preis „Beispielhaftes Bauen" ausgezeichnet. Die Baukosten beliefen sich auf 5,8 Millionen Euro. (dsm)
Fotos: Yohan Zerdoun
Gutes Ankommen und Abholen, schönes Spiel der Fassadenfarben, saubere Detaillierung - ein Glücksfall für die kleinen und großen Nutzer.
Nicht zu vergessen, dass es sich hier um ein Gebäude der öffentlichen Hand handelt. Wir alle sind hier Bauherr. Und wenn wir alle hier "beispielhaft" sein sollen wollen, sind Ressourcen sparende Bauweisen nahezu zwingend. Die Bauweise hier ist offensichtlich nicht Ressourcen schonend. Und: Schöne Räume müssen nicht zwangsweise "verschwenderisch" sein. ...
Nur diese ewig grauen und kalten Linoleumböden (ist es doch, oder?), nerven langsam. Gänge da nicht auch Holz oder ein anderes, etwas wärmeres Material?
ausnahmen gibt es natürlich immer wieder, wie der artikel zeigt. schöne räume, gut detailiert.
Mit verschwenderischen Grüßen. Ihr Holzmichel