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https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Kindergarten_in_Olang_von_feld72_4916701.html

28.11.2016

Hofhaus an der Kurve

Kindergarten in Olang von feld72


Das Dorf Olang in Südtirol, unweit von Bruneck gelegen, darf sich über einen neuen Kindergarten freuen, der auf interessante Weise die räumliche Struktur des Dorfes, die topographischen Gegebenheiten und ein zeitgemäßes, kindgerechtes Bauen verbindet. Für die Wiener Architekten feld72 architekten handelt es sich bereits um den dritten Kindergarten, den sie in den letzten Jahren umsetzen konnten. Unter anderem realisierten sie vor sechs Jahren einen Kindergarten in Terenten, ebenfalls in Südtirol gelegen, der jedoch kleinteiliger und verspielter ausfiel als das aktuelle Projekt, das sich durch eine klare und geschlossene Gesamtform auszeichnet.

Bestimmend für den Entwurf war das herausfordernde Grundstück: einerseits zentral gegenüber der Dorfkirche gelegen, andererseits räumlich schwierig an der Außenseite einer Straßenkurve und in abfallender Hanglage. Den Architekten gelang es, die negativen Aspekte dieser Situation ins Positive zu wenden, indem sie den eigentlichen Baukörper von der Straße wegrückten und zwischen Haus und Straße den begrünten Spielhof anlegten, so dass dieser maximal nach Süden exponiert ist. Den Hof umfingen sie mit einer Mauer, um ihn wiederum gegen die Straße so weit wie nötig abzuschotten. Zum Hof hin ist die Mauer als räumliche Struktur interpretiert und mit Holz verkleidet, nach außen ist sie weiß verputzt und korrespondiert mit der gegenüberliegenden Mauer des Kirchhofs. Formal ist sie aus der flachen Neigung des Satteldachs entwickelt, kann also als eine Verlängerung des eigentlichen Hauses in den Außenraum begriffen werden.

Das eigentliche Gebäude verfügt über zwei Hauptgeschosse und ein Sockelgeschoss, das halb im Hang sitzt und sich nur nach Norden öffnet. In den Gruppenräumen für die Kinder dominiert helles Holz. Die Gestaltung ist einfach und zurückhaltend, alle wichtigen Räume haben große, weite Fensterflächen. Verschiedene Details und Einbauten zeugen von der Sensibilität der Architekten für die unterschiedlichen Bedürfnisse der Kinder. Eine knallrot gestrichene Fensternische im Erdgeschoss und ein gepolsterter Rückzugsbereich im Obergeschoss bilden nischenartige Rückzugsräume und bieten zugleich Ausblicke.

Ein vielfältig bespielbares Trennmöbel im Erdgeschoss mit Luken, Treppen, Nischen und Durchblicken sowie eine fest installierte kleine Rutsche im Obergeschos sprechen den kindlichen Drang nach Bewegung an. Vielfältige Nutzungen erlaubt auch der Grundriss, denn der Versammlungsraum und die multifunktionalen Bereiche können zu einem zusammenhängenden Raumgefüge geschaltet oder wahlweise auch einzeln bespielt werden. So entstand ein Haus, das vielfältige pädagogische Nutzungspotentiale bietet und sich in überzeugender Weise in die räumlichen Gegebenheiten des Ortes einfügt. (gh)

Fotos: Hertha Hurnaus


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