Mäanderndes Mieten
J. Mayer H. und Partner in Berlin
Das Büro J. Mayer H. und Partner (Berlin), bekannt für amorphe Fassaden und Formen vor allem bei Solitärbauten für Kultur, Verkehr und Verwaltung, hat mit dem Projekt Port-o-Prenz erstmals einen Beitrag für den äußerst angespannten Mietwohnungsmarkt der Hauptstadt geliefert. Nachdem sie 2016 einen geladenen Wettbewerb gewonnen hatten, entstand nach Plänen der Architekt*innen im Ortsteil Prenzlauer Berg ein siebengeschossiger Komplex mit Wohnungen, kleinen Gewerbeeinheiten und einem Supermarkt auf insgesamt 28.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche.
Bauherrin ist die Trei Real Estate GmbH, eine Immobiliengesellschaft der Unternehmensgruppe Tengelmann. Auch sie macht nach Aussage der Architekten mit dem Projekt einen ersten Vorstoß in den Wohnungsmarkt. So war auf dem Grundstück ursprünglich eine eingeschossige Kaufhalle mit Parkplatz in Besitz der Unternehmensgruppe, die einst die Filialen von Kaisers-Tengelmann hielt. J. Mayer H. und Partner haben den alten Supermarkt abreißen, einen neuen Verbrauchermarkt der Kette Rewe bauen lassen und diesen mit 240 Wohnungen um- und überbaut. Dabei führt der Entwurf die klassische Blockrandbebauung mit Innenhöfen fort – und versetzt die üblicherweise kastenartige Struktur mit Schwüngen: Balkone biegen sich aus der Fassade, Außenwände mäandern zum begrünten Innenhof, den die Landschaftsarchitekten Hager Partner (Berlin) gestalteten.
Das Projekt – im Kern ein Stahlbetonbau – bietet Apartments mit ein bis fünf Zimmern mit einer Größe von 20 bis 150 Quadratmetern. Je nach Lage haben alle Wohnungen einen Zugang zu Terrasse, Loggia oder Balkon. In der Pressemitteilung von J. Mayer H. heißt es: „Der Wohnkomplex fasst in jedem der Gebäude differenzierte Wohnungstypologien zusammen, die einer Segregation im Viertel entgegenwirken. 240 Einheiten mit 1-bis 5-Zimmer-Wohnungen richten sich an unterschiedliche Zielgruppen. Diese räumliche Konstellation ermöglicht die Bildung einer ausgewogenen sozialen Bewohnerstruktur aus Studenten, Familien, Singles, WGs und Rentnern.“ Ein Blick auf die Webseite von Port-o-Prenz vermittelt eine andere Realität: Eine 133 Quadratmeter große 5-Zimmerwohnung wird dort für 2.975 Euro Warmmiete pro Monat angeboten. (sj)
Fotos: David Franck
Und dann auch gleich so viel davon... Steht in in einem Teil der Stadt, wo die Straßenbahn fährt. Zum Glück wohne ich weit weg und werde diese Scheußlichkeit nie zu Gesicht bekommen. Wieso habe ich es eigentlich geschafft im sozialen Wohnungsbau doppelt so große Balkone bei de Bauherrschaft durchzubekommen, und bei diesem Projekt wird fast schon weniger als das Minimum realisiert?
Über die Architektur und die Massivität lässt sich vielleicht noch streiten. Aber wieso stehen diese Dachflächen so öde da? Keine Solaranlage, keine Begrünung! Unfassbar.
Das Dach ist denke ich begrünt, nur noch nicht gewachsen, sind ja anscheinend Bilder kurz nach der Fertigstellung, mal sehen wie das in einem Jahr aussieht, vielleicht wird dann auch der Hof ein bisschen grüner (woran ich ein wenig zweifel) @11: Sehe ich genauso, das mit der Dichte ist aber anscheinend Geschmackssache.