Einschließlich und ausgeschlossen
Introvertierter Neubau in Japan
In der japanischen Stadt Shiga gibt es einen Neubau, der in sich ruht und nicht sehr mitteilungsbedürftig ist. Das Volumen dieses „House of Inclusion“ passt sich dem der Nachbargebäuden an, doch nach innen entfaltet sich eine ganz eigene Welt. Alles ist innen – innere Innenräume, äußere Innenräume; einen äußeren und verbindenden Außenraum gibt es nicht. Nur wenige Fester verbinden den Innenraum mit dem Außenraum. Der Entwurf stammt aus dem japanischen Architekturüro Kouichi Kimura.
Zu dem Haus gehört ein Innenhof, den eine hohe Mauer von der Straße abschirmt. Die Architekten betonen, dass das Entwurfsziel neben der Erschaffung hochwertigen und sinnlichen Raumes die Abschottung nach außen gewesen sei, ohne dabei zu verschlossen zu wirken.
Das Haus steht in einem neuen Wohnviertel und wurde für ein junges Paar um die dreißig entwickelt. Bepflanzung und Wasserflächen innerhalb des Hofes sorgen für einen scheinbaren Ausblick in die Natur von innen heraus. Vom Ess- und Wohnzimmer aus führt ein Pfad zum Hof. Das Gesamtareal erstreckt sich auf 215 Quadratmeter, das Gebäude hat eine Grundfläche von 151 Quadratmetern.
Im Aufriss der Hauptfassade erinnert das Haus übrigens an das Haus Blumenthal, das Ludwig Hilberseimer 1932 in Berlin-Zehlendorf errichtete. So klein ist die Welt.
Ihre Meinung in allen Ehren, aber haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, wie respektlos und verunglimpfend die Unterstellung ist, es gäbe Berufskollegen zuhauf ("denn es gibt genug davon"), die aus purer Laune und diktatorischer Eitelkeit die Lösung der Bauaufgabe, die Wünsche der Bauherren, die Kosten und alle anderen sinnvollen Entwurfsparameter außer Acht lassen, nur um ihrem Ego Zucker zu geben? Zu dieser Meinung qualifiziert Sie offenbar aber nichts. In Ihrer vermeintlich so rechtschaffen geäußerten Meinung schwingt eine Kritik an meinem Berufsstand mit, die jeglicher Grundlage entbehrt und die ich mir deshalb gerade von solchen Menschen verbitte, die nicht einmal den Versuch unternehmen, Ihre Unterstellungen an Beispielen zu belegen.
Bringen Sie einfach mal ein Beispiel für ein Gebäude, in dem sich das überzogene Ego des Entwerfers und Planers (meist sind es ja ohnehin mehrere - von den Bauherren und übrigen Entscheidungsträgern am Bau ganz zu schweigen) manifestiert. Und wenn wir schon dabei sind: Seien Sie so nett und treten für diese Behauptung auch gleich den unwiderlegbaren Beweis aus der Bau- und Entstehungsgeschichte des Gebäudes an, dass im konkreten Falle die "entwurfliche selbstdarstellung wichtiger (war) als die eigentliche bestimmung der bauaufgabe." (Die Konsequenz müsste ja ein Haus sein, dass der (mündige!)Bauherr zwar nicht gewollt hat, er aber dennoch dumm genug war, die Kapriolen des Architekten teuer zu bezahlen....) Wenn Ihnen dieser Nachweis gelingt, dann will ich hier für immer schweigen.