Bauhaus Museum Dessau
Internationaler Wettbewerb ausgelobt
Vor knapp zwei Jahren munkelte man noch, Daniel Libeskind sei für das neue Bauhaus-Museum in Dessau im Gespräch, doch diese Pläne sind vom Tisch. Die Stiftung Bauhaus Dessau lobt jetzt gemeinsam mit der Stadt Dessau-Roßlau einen internationalen, offenen und zweiphasigen Wettbewerb aus, der heute startet.
Zu seinem 100-jährigen Jubiläum im Jahr 2019 soll das Bauhaus Dessau ein Museumsgebäude erhalten, das „nicht nur die Sammlungsschätze erstmals umfassend öffentlich zugänglich“ macht, sondern auch „ein lebendiger Ort der Bildung und Begegnung“ sein wird, so der Vorsitzende des Stiftungsrates und Kulturminister Sachsen-Anhalts, Stephan Dorgerloh.
Dorgerloh gehört neben Bauhaus-Direktorin Claudia Perren, Tate Modern-Direktor Chris Dercon sowie den Architekten Regine Leibinger, Barbara Holzer und Jürgen Mayer H. der prominent besetzten Jury an. Als würdiges Geschenk für die Sammlung mit über 40.000 Exponaten erwartet die Stiftung „ein funktional schlüssiges Gesamtkonzept“, das sich „zeitgenössisch überzeugend zum Bauhaus positioniert“. Entstehen soll der Neubau mit etwa 3.500 Quadratmetern Nutzfläche am Dessauer Stadtpark an der Ecke Kavalierstraße und Friedrichstraße.
Auf den Wettbewerbsgewinner warten 36.000 Euro, insgesamt liegt das Preisgeld bei 110.000 Euro. Abgabetermin der Entwürfe für die erste Phase ist der 13. April 2015, die finale Entscheidung nach der zweiten Phase ist für Mitte September zu erwarten.
Die detaillierten Auslobungsunterlagen werden heute online gestellt.
Es ist überall von modernen pädagogischen Konzepten die Rede, die hier umgesetzt werden sollen, aber es wird nirgens beschrieben, was das eigentlich sein soll. Das sollen sich wohl die Architekten ausdenken?
Dann wird minutiös erläutert, dass es verschiedene Themenbereiche "Topoi" gibt, aber im gleichen Atemzug gefordert, dass alles möglichst flexibel und kunstbelichtet sein soll, also ein möglichst spezifisch unspezifischer Raum gefordert wird.
Und weiter - Das Gebäude steht im Stadtpark und soll Betüge zu den anderen Bauhausbauten aufzeigen, die nicht einmal in Sichtnähe sind - ich glaube, der Auslober überschreitet hier die Grenzen des rationalen Raums und hat zu lange in die Glaskugel geschaut.
Und das Bauhausmuseum soll in den für 600.000 Euro gerade erst sanierten Stadtpark gebaut werden. Ein tragbares Verkehrskonzept fehlt ebenfalls, um dieses Museum an den innerstädtischen Verkehr anbinden zu können.
Selten habe ich als Architekt für so eine interessante Bauaufgabe eine solch nüchterne Auslobung gelesen.
Dazu gesellt sich eine wenig ansprechende Fachpreisjury als auch zum Beispiel das sehr sehr knappe Budget. Da bin ich aber mal nur am Kopfschütteln.
Die Registrierung erfordert einen Nutzervertrag zwischen der kommerziellen Internetplattform competitionline GmbH als Anbieter der Wettbewerbs-Registrierung + Unterlagen und dem "Verbraucher" Architekt/Wettbewerbsteilnehmer.
Die Internetplattform erhält damit Zugang zu sensiblen Daten, die von der GmbH verwaltet und zum Teil publiziert werden.
Unpassend, wenn nicht sogar rechtswidrig, für einen öffentlich geförderten Bauauftrag.