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22.02.2022

Motivierende Monumentalität

Industrieareal von Studio Saar in Indien


Sanand im indischen Bundesstaat Gujarat ist eine Satellitenstadt der Millionenmetropole Ahmedabad, jener Wirkungsstätte architektonischer Größen wie Balkrishna Doshi oder Le Corbusier. Einen Industrieneubau, der sich aus ferner Betrachtung der Ästhetik oder zumindest des Einflusses nicht ganz entziehen kann, hat Studio Saar (Udaipur) realisiert. Im Auftrag des international agierenden Unternehmens Secure Meters, das sich der Produktion und Entwicklung von Messgeräten, elektronischen Zählern, In-Home-Displays und Energiesteuerungslösungen widmet, sollten eine Produktionshalle samt Versorgunghaus sowie ein repräsentatives Empfangsgebäude und eine Kantine mit Aufenthaltsräumen für die Mitarbeiter*innen entstehen.

Das Ensemble besetzt Teile eines zehn Hektar großen Areals innerhalb einer Seensohle, die nun für Industriebebauung ausgewiesen ist. Einen wichtigen Bestandteil des Masterplans und der neuen Nutzung bilden dabei die Außenflächen. Darunter ist ein künstlicher See, dessen Fläche saisonbedingt zwischen 0,4 bis 1,2 Hektar schwankt, umgeben von Grundwasseranreicherungsbrunnen. Neben einem erhaltungswürdigen Baumbestand wurden 600 neue Bäume bereits gepflanzt, 2.000 weitere sollen folgen. Dennoch sieht der Masterplan von Studio Saar auch Kapazitäten für Gebäudeerweiterungen vor.

Die Bauten variieren von der weiten Produktionshalle mit Fassadenbild prägenden Sheddächern bis zu runden Strukturen für das zweigeschossige Kantinengebäude oder den Empfangsbereich. Insbesondere in der Kantinenrotunde dominieren massive und monumentale Konstruktionselemente aus Sichtbeton, darüber hinaus unterstreichen Stahl-Glasfassaden den industriellen Charakter. Die einzelnen Gebäude sind durch gepflasterte Wege miteinander verbunden, die von Planen überspannt eine wettergeschützte Passage ermöglichen.

50 Prozent des benötigten Energieverbrauchs decken Solarpaneele auf den schrägen Flächen der Sheddächer ab. Gedämmte Fassaden und in den Boden integrierte Kühlsysteme sollen für ein angenehmes Raumklima sorgen. Die ondulierten beziehungsweise gekrümmten Dächer von Kantine und Empfangsgebäude kragen weit aus und unterstützen so die Verschattung. Die flexible Planung zeigt sich nicht nur im erweiterbaren Außengelände, sondern kam auch während der Realisierung im Inneren zum Tragen. Für vier Monate wurde die Kantine während der Coronapandemie zu Mikrowohnungen für die Arbeiter*innen umgemünzt, sodass diese auf dem Gelände leben und die Produktion aufrechterhalten konnten. (sab)

Fotos: Ankit Jain


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