Quartier Elbbrücken
Hosoya Schaefer gewinnen Wettbewerb in Hamburg
Mit der Planung des Quartiers Elbbrücken wird in den kommenden Jahren die letzte große Freifläche der HafenCity Hamburg bebaut. Gleichzeitig erhält der Stadtteil damit seinen östlichen Abschluss. Das Wettbewerbsgebiet umfasst das Areal bis zu den Elbbrücken, wobei die Spitze östlich der Elbbrücken, wo drei 150 Meter hohe Gebäude entstehen sollen, nicht Teil des Planungsbereichs war.
An dem von der HafenCity Hamburg GmbH im Einvernehmen mit der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen ausgelobten städtebaulichen Realisierungswettbewerb für das Quartier Elbbrücken nahmen sieben internationale Büros teil. Ende September entschied sich die Jury aus politischen Vertretern und freien Architekten unter dem Vorsitz von Matthias Sauerbruch für das Zürcher Büro Hosoya Schaefer Architects. Zudem wurden ein zweiter und ein dritter Platz sowie zwei Anerkennungen vergeben:
- 1. Preis: Hosoya Schaefer Architects, Zürich
- 2. Preis: pfp architekten bda, Hamburg
- 3. Preis: KCAP Architects & Planners, Rotterdam
- Anerkennung: DARK Arkitekter, Oslo
- Anerkennung: Delugan Meissl Associated Architects, Wien
Die Herausforderung in der Planung bestand zum einen in der Konzipierung von Arbeitsbereichen, die größere zusammenhängende Büroflächen in Kombination mit kleineren Einheiten ermöglichen. Zum anderen sollten Wohn- und Aufenthaltsflächen entwickelt werden, die trotz des erhöhten Verkehrs- und Hafenlärms die Qualitäten der Wassernähe nutzen.
Hosoya Schaefer sehen mit einer Bruttogeschossfläche von 411.200 Quadratmetern auf 16,5 Hektar Baufläche eine sehr dichte Bebauung vor, die zwischen Offenheit und räumlicher Fassung vermittelt und trotz typologischer Wiederholung unterschiedliche Freiräume schafft. Das neue Quartier umfasst 9.000 Arbeitsplätze, die den geforderten Nutzungsmix erfüllen sowie 1.000 Wohnungen, davon ca. 350 geförderte. Die Quartiersmitte wird durch die Setzung eines Hochhauses am Kopf des Beckenhafens markiert.
Hosoya Schaefer gelänge es, „die besondere Qualität des Standortes mit seiner Lage am Wasser und einer ausgezeichneten U- und S-Bahnanbindung für fast alle Wohnungen und Arbeitsplätze auszunutzen“ äußert sich die Jury, womit „hochwertiger Städtebau unter komplizierten Randbedingungen“ umgesetzt wurde.
In den kommenden Monaten wird der städtebauliche Entwurf für das Quartier Elbbrücken in einen Funktionsplan überführt, der als Grundlage für die Bebauungspläne dient, und ein Freiraumwettbewerb erfolgen. Der Baubeginn ist für 2018/2019 geplant. (ks)
Von den drei erstplatzierten Entwürfen ist dieser sicher der gelungenste. Abwechlungsreich und Mut zur Höhe Was die Gestalltung der Fassaden und Gebäude angeht, wird es sicher noch eigene Wettbewerbe geben. Und wer die Leblosigkeit der bisherigen Quatiere bemängelt sollte bedenken, dass das Herz, also das südliche Überseequatier noch gar nicht errichtet ist und auch die Elbphilarmonie als Magnet noch nicht eröffnet ist.
Wünschte mir etwas mehr Ausdruck in der Architektur wie beim Chile-Haus oder eine Städtebaufigur wie die Borstei.
Kennt jemand ein Beispiel in Deutschland, bei dem es - angesichts aller entgegengesetzten ökonomischen, verwaltungsrechtlichen und sonstigen Interessen - gelungen ist, das tatsächlich zu realisieren? An dem Beispiel müsste sich die Hafencity dann wirklich messen lassen.
Was wirklich (ich hoffe: noch!) fehlt ist ne zünftige Eckkneipe. Bin gespannt was in 10 Jahren da los ist ...
Wenn man mehr Leben auf den Strassen haben will, braucht man: 1. durchgaengig gewerblich genutzte Erdgeschosse, 2. Mischnutzung, und 3. kleinteilige, parzellierte Bebauung. Man haette zum Beispiel einige Blockraender in kleine Parzellen (sagen wir 5 - 6m breit) aufteilen koennen und dann an Baugruppen, Privatleute oder kleine Investoren verkaufen koennen. Statt wahrer Kleinteiligkeit gibts hier jedoch Pseudo-Vielfalt in Form von "Gewuerfel", wie (JH) richtig bemaengelt hat. In Dieter Hoffmann-Axthelm's Buechern ("Die dritte Stadt" + "Anleitung zum Stadtumbau") kann man den kleinteiligen Ansatz schon seit vielen Jahren nachlesen...