Wärme und Reduktion
Holzhochhaus in Brisbane von Bates Smart
Zehn Stockwerke, 45 Meter und konsequent offene Grundrisse: Im letzten Herbst wurde in Brisbane die bisher größte Holzkonstruktion Australiens eröffnet. Das Bürohochhaus stammt von Bates Smart mit Niederlassungen in Sydney und Melbourne. Den Architekten, die auch die Australische Botschaft in Washington geplant haben, gelang eine interessante Balance aus Glasarchitektur und sichtbarer Holzbauweise. Das Projekt entstand für die Impact Investment Group, die sich soziale Verantwortung auf die Fahnen schreibt.
Bei der Konstruktion wurde Brettschichtholz mit Brettsperrholz kombiniert und mit einem offenen Deckensystem gearbeitet. Dank zweigeschossiger Lufträume zur Auflockerung des Volumens werden insbesondere auch die Unterzüge aus Brettschichtholz inszeniert. Im Erdgeschoss sind es eindrucksvolle V-Stützen, die das Hauptmaterial erkennen lassen. Die Aufzug- und Treppenhauskerne sind aus Beton, um sie herum erfolgte der Bau nach einem modularen Prinzip. Bei der Fassade handelt es sich um ein konventionelles System. Das Gebäude ist – dem subtropischen Klima von Brisbanes entsprechend – komplett klimatisiert. Auf drei Seiten reduziert aber immerhin ein außenliegender Sonnenschutz den Energiebedarf.
Insgesamt entstand eine Geschossfläche von rund 15.000 Quadratmetern, für die 6.300 Kubikmeter Holz benötigt wurde. Die Umsetzung erfolgte in 15 Monaten, was die Architekten auch auf die konsequent zum Einsatz kommende Vorfertigung zurückführen. Das eigentlich Schöne am Neubau in Brisbane ist aber, wie in den Interieurs die typische Wärme des Materials auf die formale Reduktion der Architektur trifft. In diesem Sinne wurde das Projekt nicht nur mit diversen Nachhaltigkeitszertifikaten sondern auch mit Architekturpreisen ausgezeichnet. (sb)
Fotos: Tom Roe
Mehr zu den aktuellen Trends im Holzbau auch in unserer Baunetzwoche#531: Holzbau im Loop
Ob hier propagiert wird oder einfach nachgewiesen wurde sei mal dahingestellt. Ich bin absolut kein Öko-Terrorist der jetzt unangetastete Ökosysteme zerstören will, aber das sollte klar sein.
Nur sind große Anteile besonders europäischer Waldbestände eben schon beforstet und nicht naturlbelassen, also auch ein Wirtschaftsgut.
Vollkommen richtig ist, dass hier nicht eine Artevielfalt aufs Spiel gesetzt werden sollte.
Wenn aber eben nachaltig "bewirtschaft" und unter ökologischen Aspekten betrachtet ist Holz einfach ein super Baustoff. Leicht, exakt verarbeitbar, gute Dämmeigenschaaften .... .
und sorry @Sieben... diese Einstellung was bewirken/beeinflußen wir Menschen schon im großen Getriebe des weltgeschichtlichen Getriebes. Ich glaube das haben wir schon in den letzten 200 Jahren nachgewiesen, dass dem so ist.
In ein paar 100tausend Jahren sind unsere Wälder das vielleicht auch wieder. Die Dimension der Vorgänge im Weltall und das Treiben der kleinen winzigen Menschen stehen in krasser Unverhältnismäßigkeit.
Ihre Argumentation müssen Sie nicht so vehement versuchen zu erläutern diese ist ja seit Jahren so vorhanden und wird entsprechend ideologisch propagiert.
Unter dem Aspekt der circular economy existiert aber auch der Gedanke mit vorhandenen Rohstoffen die bereits im Wirtschaftskreislauf existieren zu arbeiten und dafür mehr Natur im ursprünglichen Zustand bestehen zu lassen.
Es ist zwar korrekt, dass Rohstoffe wie Holz oder z.B. Baumwolle nachwachsen, hier sollte dem einfach mal gegenübergestellt werden, dass es auch einen Wert darstellt intakte Ökosysteme frei von menschlichem Abbau / Einfluss zu erhalten oder entstehen zu lassen.
Nicht umsonst ist z.B. die Artenvielvalt von Insekten in Städten mittlerweile höher als auf dem Land, da die komplette Landschaft als nachwachsender Rohstoff und nicht als Wert an sich betrachtet wird.
So ist Palmöl beispielsweise auch ein nachwachsender Rohstoff, die ökologischen Folgen allerdings mittlerweile hinlänglich bekannt.
Bevor man sich also nun auf Seite der endgültigen Weisheit mit dem großen Totschlag Argument nachwachsender Rohstoff wähnt ist vielleicht die vorgeschlagene Betrachtungsweise ebenfalls denkenswert.
So das reicht jetzt aber mit der Diskussion – muss meinen Stahlbau mit begrünter Fassade weiterplanen...
Wir unterscheiden jetzt einfach dann mal zwischen Rohstoffen die nachwachsen bzw. regeneriert werden können und denen die endlich sind. Ich finde das Argument reicht schin fast aus.
Bitte wiegen Sie nicht eine potentielle hochenergetisches Recyclierbarkeit von Beton mit dem Werkstoff Holz auf. Auch wird das absurd, wenn wir von der heutigen durchschnittlichen Lebenszeit von Gebäuden ausgehen. Wir bauen hier schon lange keine Bunker für die Ewigkeit, die möglichst massiv und robust sein müssen.