Punkt statt Laube
Hiphouse von Kempe Thill in Zwolle
Das von zwei jungen ostdeutschen Architekten gegründete Atelier Kempe Thill aus Rotterdam vermeldet die Fertigstellung des Projekts „Hiphouse“, eines Apartmenthauses mit 64 Sozialwohnungen in Zwolle (Niederlande). Der Clou dabei: Entgegen der üblichen Bauweise im sozialen Wohnungsbau, der Laubengangerschließung, haben die Architekten hier ein so genanntes „kompaktes Punkthaus“ entworfen. Dabei sind die Wohnungen um einen zentralen Kern mit doppeltem Treppenhaus und Lift organisiert.
Der 23 x 32 Meter tiefe Baublock mit acht Wohneinheiten pro Etage hat eine sehr geringe Fassadenfläche im Verhältnis zur Grundfläche, was – bei gegebenem Kostenrahmen – die Verwendung wertvoller Materialien ermöglicht. Ein zentrales Atrium von 26 Metern Höhe sorgt im Inneren für unerwartete Großzügigkeit. Es ist konsequent in „Rohbauästhetik“ belassen worden.
Die großen Apartments nehmen die räumlich interessanten Ecken ein und erhalten somit eine doppelte Orientierung. Die kleineren Studios sind jeweils nach Osten oder Westen orientiert, wodurch alle Wohnungen optimal besonnt werden. Um der räumlichen Kompaktheit ein Gegengewicht zu bieten, ist das Bauwerk konsequent verglast. Die Fassade wurde mit sehr hochwertigen Sonnenschutzgläsern ausgeführt, die mit eloxierten Aluminiumprofilen gefasst sind.
Die Architekten zur Wirkung der Glasfassade: „Es entsteht ein vitales und optimistisches Bild, welches die Komplexität des Lebens sichtbar macht und hierdurch intensiv kommuniziert mit der Nachbarschaft. Dieses Bild ist sowohl kollektiv als auch individuell, da es die einzelnen Bewohner – bewusst oder unbewusst – aktiv mitgestalten. Das ‚Gebäude in Gebrauch‘ wird so selbst zur eigentlichen Fassade.“
Die Beschreibung der Wohnungen durch die Architekten wird da fast zu einem sozialpolitischen Bekenntnisakt: „Die Wohnungen sind sehr hell, haben minimierte Erschließungszonen und großzügige Wohnzimmer mit offenen, frei im Raum stehenden Küchen. Lofts sind keine Wohnform einer gut betuchten Elite sonder auch im sozialen Mietwohnungsbau möglich. Emanzipation der unteren Schichten muss durch die Qualität der individuellen Wohnungen vollzogen werden. Verflogen ist die traditionelle Enge des sozialen Wohnungsbaus.“
Fotos: Ulrich Schwarz, Berlin
letztenendes tauchen hier neben vielen beliebigen postern, ein paar pseudonyme immer wieder auf. und die lese ich auch aufmerksam und bin gespannt auf ihre meinung. und solongs kommentare erscheinen mir keineswegs die eines laien zu sein. und, wie gesagt, ich rede hier nicht davon, das ich seiner meinung bin.
zu ihrer frage: in der tat finde ich es problematischer hier leute aufgrund ihrer kommentare zu kritisieren, als irgendein projekt. die urheberschaft der architektur ist mir egal, viele kollegen kenne ich selbst, lobe und tadel sie da, wo ICH für mich finde, das es richtig ist. kann jeder gerne dagegen sein...
ich bin für jeden diskussionsbeitrag in diesem blog dankbar, und sei es von dem unverständigsten laien. hier gibt jemand seine meinung ab, und dafür hat er allen respekt verdient, ganz egal ob er sich ein pseudonym gibt oder nicht.
des weiteren bin ich offen für jeden streit, aber er muss auf augenhöhe bleiben und darf nicht auf mutmaßungen ob der beruflichen qualifikation des anderen basieren.
ihnen scheint die architektur wichtig zu sein. sie verteidigen sie gegen allzu schnell gefällte urteile. gut so! ich gebe ihnen da recht. anhand von ein paar fotos ist es schwer etwas zu beurteilen. aber ich finde es weit verfehlt, deshalb erst umfangreiche recherchen über ein projekt zu starten. immerhin haben sich die kollegen auch etwas dabei gedacht, mit welchem material sie sich hier selbst vermarkten. und mit ein bisschen erfahrung kann man einiges "zwischen den zeilen" lesen.
in meiner intensiven zusammenarbeit mit (wirklich guten) bauphysikern ist es mir noch nicht begegnet, dass sonnenschutzgläser wirklich zufriedenstellend funktionieren. eine mechanische, aussen liegende verschattung ist nach wie vor die einzige wirklich funktionierende lösung. (bauteilaktivierung finde ich übrigens auch eine gute sache, nur so nebenbei.) die einige jahre so sehr propagierten hight tech-klima-fassaden funktionieren in der realität nicht, das wurde nachgewiesen, wie soll da sowas funktionieren? und innenliegender sonnenschutz funktioniert allenfalls gegen blendung....
aber ich bin ehrlich, wenn ich falsch liege damit, und so wissen da mehr, ich bin der letzte, der nicht wissbegierig wäre und sofort nur noch solche fassaden, wie die gezeigte, bauen würde. denn sie bietet wunderbare proportionen und herrliche ausblicke. nur bitte ohne überheblichkeiten!!! das ist ein problem vieler vertreter unserer branche und entbehrt jeder grundlage. sie scheinen doch allgemeinwissen zu haben, und da bin ich sogar ihrer (nicht so formulierten) meinung: die meisten kollegen haben einfach kein wissen, weder vom allgemeinen noch von dem was sie da tun. über den tellerrand hinausblicken tun die wenigsten. korrekt! aber diejenigen von den wenigen zu unterscheiden, die nicht so sind, das kann hier in form von postings nicht klappen. insofern tun sie dem kollegen solong unrecht. vielleicht tue ich ihnen unrecht, wenn ich ihnen arroganz unterstelle. vielleicht polemisieren sie nur gerne. aber letztenendes finde ich es auch deshalb besser, ein pseudonym zu benutzen, denn dann beurteilen wir alle nur unsere virtuellen schöpfungen hier und nicht den menschen dahinter. was wahrscheinlich viel realistischer ist.
grüße
r.r.
waren das die antworten auf meine fragen?
abgesehen davon finde ich das projekt gut, nur so nebenbei.