Mieten im Sechseck
Hild und K in Bremen
Der innerstädtische Bremer Stadtteil Alte Neustadt liegt westlich der Weser und des Zentrums. Die Hochschule Bremen, die dort unter anderem die School of Architecture beherbergt und die Brauerei des Bremer Exportschlagers Becks prägen ihn besonders. In dieser Nachbarschaft lobte die Wohnungsbaugesellschaft Gewoba, deren Hauptgesellschafter die Stadtgemeinde Bremen ist und in deren Wohnungsbestand sich das Alvar Aalto Hochhaus im Stadtteil Vahr befindet, 2017 einen Wettbewerb für ein Wohnhaus aus. Das Berliner Büro von Hild und K gewann.
Der 2021 innerhalb von 19 Monaten fertiggestellte Bau mit dem Namen „grünes Haus“ weist insgesamt 52 Wohnungen auf, von denen 47 gefördert sind. Miete: 6,50 Euro pro Quadratmeter. Lediglich sieben Wohnungen gehören zum freien Marktsegment. Mit dem achtgeschossigen Haus konnte auf einem ehemaligen Parkplatz zentral nachverdichtet werden. Vor allem Studierende und Berufseinsteiger sollen sich die gedeckelten Mieten leisten können. Im Erdgeschoss des Gebäudes ist zudem eine Gewerbefläche vorgesehen, in die zukünftig eine Pizzeria einziehen soll. Ebenfalls untergebracht sind dort Stellplätze für Fahrräder.
Wegen der sechseckigen Grundrisse, die Hild und K wegen des Grundstücks so ungewöhnlich anlegten, entschieden sich die Architekt*innen für ein zentrales Treppenhaus. Es wird über ein Oberlicht im Dach des freistehenden Gebäudes großzügig belichtet. Neben der Erschließung soll das Treppenhaus auch Aufenthaltsqualitäten für die Bewohner*innen bieten, denn die Ein- bis Dreizimmerwohnungen mit 30 und 74 Quadratmetern Größe, gruppieren sich umlaufend um das fünfeckige Treppenhaus. Durch die Varianz der Grundrisse konnten Hild und K allein von Norden belichtete Wohnungen vermeiden.
Die vier oberen Geschosse des Baus sind als Staffelgeschosse und im Kontrast zu den ersten sechs Stockwerken mit abgerundeten Ecken ausgebildet. Die Fassade des Gebäudes besteht aus glasierten Ziegeln, die sich von einem tiefen Grün im Erdgeschoss und zu einem helleren Grün in Richtung der Obergeschosse entwickeln. Im besten Sinne grün ist auch das Dach des Gebäudes: In Kooperation mit der Hochschule Osnabrück wurde im Rahmen eines Forschungsprojektes ein für Insekten vorteilhafter Lebensraum mit gebietseigenen Wildpflanzen geschaffen. (sla)
Fotos: Michael Heinrich
Eigentlich ist das ein Haus, daß sich durch seine Gestaltung wunderschön in zahlreiche, insbesondere dichte bebaute Gegenden wunderbar einfügen könnte. Aber hier als Solitär in so einer zerfledderten Umgebung und dann auch noch doppelt so hoch wie die umgebende Bebauung, paßt es einfach nicht, da ist es einerseits zu dominant und wirkt gleichzeitig verloren. Das ist wirklich schade, in einer Altbauumgebung mit ähnlich hohen Gebäuden wäre es wirklich toll (aber da werden ja dann Kästen reingesetzt, die dort wieder nicht passen ...). Vom Brandschutz her sehe ich übrigens keine Probleme. Der siebte Stock liegt mit Sicherheit unterhalb der Hochhausgrenze und so einsam, wie es dasteht, kann man offensichtlich von allen Seiten anleitern.
Schreckliche Grundrisse, Individualräume durch Küche erschlossen, wenn es denn überhaupt eine gibt.. Leider finde ich auch die Plastik/Fassadedes Hauses grauslich-Alvar Aalto, stehe auf!!!