Nationalbibliothek in Jerusalem
Herzog & de Meuron stellen Pläne vor
Breit gerahmte Glasvitrinen unter einem geschwungenen Dach: So wird nach den Plänen von Herzog & de Meuron das neue Gebäude der Israelischen Nationalbibliothek in Jerusalem aussehen. Das Basler Büro hatte Anfang 2013 den Planungsauftrag erhalten, nachdem es sich in einem Auswahlverfahren unter anderem gegen Frank Gehry und Renzo Piano hatte durchsetzen können.
Mit dem Neubau erhält die Nationalbibliothek erstmalig ein eigenes Haus, nachdem sie bisher als Teil der Bibliothek der Hebräischen Universität im Lady-Davis-Bau aus den Sechzigern untergebracht war. Der neue Standort liegt nicht weit weg vom heutigen, nämlich im Regierungsbezirk Kiryat HaLeom zwischen dem Knesset-Gebäude und dem Nationalmuseum. Vorgesehen ist eine Nutzfläche von 34.000 Quadratmetern auf zehn Geschossen, davon sechs überirdisch.
Direkt unter dem skulpturalen Dach, das sich in der monumentalen Weite der Umgebung behaupten muss, planen Herzog & de Meuron einen großen Lesesaal, der von einer kreisrunden Deckenöffnung belichtet wird. Zahlreiche Arbeitsplätze stehen hier ebenso zur Verfügung wie der umfangreiche Freihandbestand der Bibliothek. Der Baubeginn ist für 2016 geplant, die Fertigstellung soll 2019 erfolgen.
Die Realisierung des Projekts erfolgt in Zusammenarbeit mit Mann Shinar Architects aus Tel Aviv. Nach der City of Justice ist die Nationalbibliothek damit schon das zweite wichtige Bauwerk Jerusalems, das in schweizerisch-israelischer Partnerschaft entstehen könnte. (sb)
Die Windlasten kann man über Punkthalter problemlos in die Geschossdecke einleiten. Die sind winzig, wer das rendern will, muss Oli heißen.
Lichtdecke:
Ich empfehle einen Besuch im Museum Lichtenstein, Museum Brandhorst oder Kimbell Art Museum. Alles Tageslichtmuseen mit Lichtdecken.
Danke jedoch für die Aufklärung der Gläserbefestigung: Ob das denn auch reicht, wenn von beiden Seiten der Wind kommt? Und der muss ja von beiden Seiten kommen, sonst ists nicht mehr transparent.
Auch die Lichtdecke war mir neu: Ich wußte bisher nicht, dass man die auch unter Tageslichtöffnungen platziert. Kannte die nur als leuchtenverdeckende Fläche unter geschlossenen Decken. Dinge gibts.
Beispiel Oberlicht: Könnte es nicht sein, dass hier eine Lichtdecke dargestellt ist, die die Tragkonstruktion verdeckt und Blendung vermeidet? Darauf hätte man doch mal kommen können.
Oder Fassade: Vielleicht sind die Gläser nur oben und unten gelagert aber nicht längs. Wie so etwas funktioniert, kann man beim SANAA Bau Zeche Zollverein bewundern.
Typisch deutsch: Immer von der technischen Einschränkung heraus Architektur zu entwickeln und mit diesem Brett vorm Kopf das Visionäre kleinreden.
1. Um die Fassade (als Beispiel) in Realitaet so transparent zu bekommen bedarf es nochmal einiger Arbeit, der Entwurf ist ja nicht fertig wenn er in den Wettbewerb geht. D.h. im Wettbewerb zeigt man eine Absichtserklaerung und geht davon aus, dass die Jury einem soweit vertraut, dass man das umgesetzt bekommt, auch wenn man zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen kann wie.
Dafuer gibt es ja die spaeteren Bauphasen.
2. Es verkauft sich besser. Den Punkt will ich gar nicht wegreden, was auch nicht meine Intention mit dem erste Post war.
Ich will gar nicht so tun als waeren Renderings Problemfrei und koennten nicht enorm taeuschen, aber das gilt fuer Plaene, Tuschezeichnungen, physische Modelle, Konzeptskizzen - sprich ueberall wo man abstrahiert - gleichermassen.
Die Frage ist nicht: Wie soll das Funktionieren?
Die Frage ist: Warum rendert man wesentliche Dinge weg? Hat man Angst, eine Fassade zu zeigen, die nicht transparent wirkt? Könnte diese zu massiv sein? Hat man Angst, ein Oberlicht zu zeigen, wie es zumindest annähernd später aussieht? Könnte dieses zu erdrückend sein?
Wenn ja: verlogene Renderings.
Wenn nein: warum anders?