Ferien am Baum
Helen & Hard an Norwegens Westküste
Die Stadt Odda liegt am südlichen Ende des Sørfjordes an der Westküste Norwegens und sieht ziemlich genau so aus, wie man sich Norwegen gerne vorstellt: Bunte Holzhäuser an einem dunklen Wasser, umgeben von zerklüfteten Felshängen. Schon Kaiser Wilhelm II. kam gerne zum Sommerurlaub in das 7.000-Einwohner-Städtchen. Ob er auch in einem Baumhaus geschlafen hätte?
Etwas nordwestlich der Stadt sind nach Entwürfen der Architekten Helen & Hard (Stavanger/Oslo) zwei Baumhäuser in den Wald gehängt worden. Es ist ein etwa zwanzigminütiger Spaziergang vom Stadtzentrum, dann windet sich der Pfad in den Wald hinauf. Über kleine Holzstege betritt man die Häuschen, die fünf bis sechs Meter über dem Waldboden an Bäumen befestigt sind. Innen sind 15 Quadratmeter Wohnfläche zwangsläufig um den Stamm herum organisiert: vier knappe Schlafplätze, ein reduziertes Bad und eine Küche, dazu ein kleiner Wohnbereich mit spektakulärer Aussicht auf Odda, die Berghänge und den Fjord.
Man habe sich beim Ausarbeiten des Entwurfs von den jahrhundertelangen Holzbautraditionen in Norwegen leiten lassen, schreiben die Architekten. Das Haus wird vom Baumstamm getragen. Eine Stahlschelle umfasst den Stamm des lebenden Baumes, dann umfasst eine Hülse aus Stahl und Holz den weiteren Stamm. Daran wird die eigentliche Rippen-Struktur aus Brettschichtholz befestigt. Die äußere Hülle besteht aus unbehandelten Naturholzschindeln, die mit der Zeit verwittern und die Häuschen so noch weiter mit dem Wald verschmelzen lassen.
Natürlich ließe sich anhand einer solchen Eroberung des Waldes über overtourism und Nachhaltigkeit diskutieren. Die Architekten aber hoffen stattdessen, dass ihre Baumhäuser den Gästen erlauben, hier Momente der Stille und der Einkehr zu finden, in denen sie die Natur genießen können und dadurch all das wieder mehr zu schätzen wissen: den Wald, die Berge, das Fjord und die kleine menschliche Siedlung in der gewaltigen Größe der schroffen Natur. (fh)
Fotos: Sindre Ellingsen
Mehr zum aktuellen Holzbau in der BAUNETZWOCHE#579 „Hoffnung Holz“ vom 20. Mai 2021
- Der Yuppie ist laut Website Elektriker. Seine Frau Brunette. Der mitschwingende Sexismus unnötig. "Irgendwie fühle ich mich an das Sushi-Restaurant von Ferdinant Piech erinnert, dass 1998 auf einem der vier Kraftwerks-Schornsteine in Wolfsburg geplant war" - Klingt ganz schön geil! "Schampus saufenden und naturentfremdeten Stadtmenschen" - Das wäre nicht meine erste Assoziation mit Norwegern. "Sonst hängen dort bald überall solche Teile in den Kronen." - Nö.
neid ist den norwegen im übrigen relativ fremd. eine überaus schätzenswerte eigenschaft.
Ein Schnäppchen. Der schampussaufenden Blondine werden ihre 2 Koffer plus beautycase für ein kleines Zusatz-Entgelt sicher auch noch in die Baumsuite getragen. Also, hier muss man heute mal wirklich nicht über Architektur und Nachhaltigkeit diskutieren, das Teil ist zweifelsohne einigermaßen cradle to cradle, dabei schick, gut detailliert und den Bäumen ist es im Endeffekt vermutlich auch schnuppe, ob sie so ein Teil umgeschnallt bekommen. Aber die geheuchelte Intention ("Momente der Stille und der Einkehr") ist doch derart verlogen. So eine festverglaste Kapsel hat doch mit Naturerlebnis nichts zu tun. Tatsächlich soll hier wieder mal nur rücksichtslos Kasse gemacht werden. Dafür sollte man nicht die Wälder, ja nicht mal einen einzigen Baum in solcher Lage freigeben. Sonst hängen dort bald überall solche Teile in den Kronen.
wieso dekandent? Für schlappe 3800NOK pro Nacht können sich auch Nicht-Yuppies in das schnieke Baumhaus einmieten und dort Apfelschorle oder Dosenbier saufen. Und Glasfaseranschluss ist heute bei Baumhäusern ausserhalb von Deutschland eh standard... wwwDOTwoodnestDOTno