Dem Riegel einen Riegel vorgeschoben
Heidelberg: Bürgerentscheid gegen Stadthalle
Am 18. November 2009 haben wir das Ergebnis des Wettbwerbs für die Heidelberger Stadthalle gemeldet. Die Jury hatte damals der Stadt den ersten Preis von Karl & Probst, München, zur Umsetzung empfohlen. Doch die Stadt hatte die Rechnung offenbar ohne die Bürger gemacht, denn erneut sorgt ein Plebiszit in Deutschland für die Korrektur einer politischen (und architektonischen) Entscheidung: Beim Bürgerentscheid über die Erweiterung der historischen Stadthalle zu einem modernen Kongress- und Kulturzentrum sprach sich gestern eine Mehrheit gegen das Projekt aus.
67,1 Prozent der 39.211 Wähler sagten Nein zur neuen Stadthalle, die Wahlbeteiligung lag bei 38,9 Prozent. Da die Nein-Stimmen das erforderliche Quorum von 25 Prozent (25.310 Stimmen) der 101.237 Wahlberechtigten erreicht haben, ist das Ergebnis bindend.
Die Hauptkritik an dem Entwurf war laut einem Bericht der FAZ noch immer „die Monumentalität des Siegerentwurfs“, obwohl die Architekten mit einer Überarbeitung zwischenzeitlich bereits darauf reagiert hatten: Sie hatten sowohl die Säulenordnung lockerer gestaltet als auch ein Schieferwalmdach aufgesetzt. Doch der Bau bilde mit seiner Sandsteinfassade „geradezu einen Riegel zwischen Fluss und Altstadt“, so die Gegner weiterhin.
Die Bürgereinitiative hatte aber nicht nur ästhetisch, sondern vor allem mit der Verkehrserschließung und mit nicht nachvollziehbaren Gesamtkosten argumentiert. Sie sei „nicht grundsätzlich gegen eine Profilierung Heidelbergs als Kongressstadt“, plädiert aber vielmehr dafür, eine neue Kongresshalle „als Motor der Stadtentwicklungsprojekte im Bahnhofsviertel auch dort zu bauen“ (FAZ).
Die bisher geplante Erweiterung der Stadthalle zum Kongresszentrum kann nach dem Bürgerentscheid jedenfalls in den nächsten Jahren nicht umgesetzt werden, so die Stadt Heidelberg in einer ersten Reaktion.
Vielen Dank fuer das ausfuerliche Eingehen auf die Heidelberger Buergerabstimmung. Aus wahlen, werden nun einmal die Prozentzahlen der sich beteiligenden Waehler als Mass des Erfogs oder Misserfolgs berechnet. Gerade die Schweiz , Ihr Land, hat ja eine langjaehrige , beispielhafte Tradition im Volksentscheid. Sogar in der Literatur als eines der Paradebeispiele in der Auflehnung gegen die Obrigkeit bei Schillers Wilhelm Tell. War das ein ab Plebiszit? ............ich glaube doch dass darauf ein grosser Teil der politischen Tradition der Schweiz beruht. Zurueck zu Heidelberg: Die Diskussionen, Versammlungen, Zeitungsberichte , offentliche Staende auf Markt- und Universitaesplaetzen, An zentralen Verkehrshaltestellen und in allen Pressemedien waren einer Abstimmung vorausgegangen. Informieren konnte sich Alle, das die Argumente der "Ja" sager so schwach waren in der Bevoelkerung und der Darstellung war eine klare Indikation , dass das nicht durchgehen kann, also Einsatz mit adaequaten Wahlteilnehmer war genug um die Lobby in Schach zu halten. Die Diskussionen gehen trotzdem weiter und sind auch in der Ortspresse .............www.rnz.de....... unter verschiedenen Headings zu verfolgen ( diese verschiedenen Artikel in der Presse scheint uebrigens bewusst initiiert zu sein um die Meinungen zu spalten, was nicht gelang) In jedem Falle wird die Stadthalle aus vielen Gruenden so nicht angebaut , ein architektonischer Missgriff, bisher ohne Kostenkonzept, ohne Beruecksichtigung der Verkehrszwaenge, der Einbindung und, und Mit freundlichen Gruessen G. Fuetterer
kein Neckarufertunnel annehmbare Bedingungen schafft, hinkt jeder Vergleich mit einer Flächenstadt: also Pompidou & Co (am liebsten schon Hadid!) würden an dieser Stelle an Funktionsstörungen eingehen!
Aus der "Zeit" (online) vom 29.7.2010 von Jens Jessen
Es ist anders herum: Architekten bauen nur noch für Architekten und benutzen ihr erlerntes Wissen und bleiben innerhalb ihres Architektenstandes. 80% der Menschen mögen diese Ästhetik leider nicht sonderlich!